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Den Piraten stellen die Forscher ein besonders schlechtes Zeugnis aus.
Den Piraten stellen die Forscher ein besonders schlechtes Zeugnis aus.(Foto: dpa)

"Kein einziges ist richtig verständlich": Forscher kritisieren Wahlprogramme

Dass Parteien und Politiker vor Wahlen viel versprechen, weiß man. Nun wird klar, dass sie die Versprechen auch unverständlich ausdrücken. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher nach einer Untersuchung der Wahlprogramme. Besonders schlecht schneiden dabei die Piraten ab.

Die Wahlprogramme der Parteien sind nach Einschätzung von Sprachforschern in weiten Teilen unverständlich. Dazu trügen lange und verschachtelte Sätze, Fremdwörter, Fachbegriffe und Anglizismen bei, schreibt die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf eine Studie des Instituts für Kommunikationswissenschaft an der Universität Hohenheim. "Kein einziges Programm ist richtig verständlich", zitiert die Zeitung den Institutsleiter Frank Brettschneider.

Im Vergleich zu den Programmen zur Wahl 2009 habe die Verständlichkeit bei der FDP, den Grünen und vor allem der SPD abgenommen. Nur den Linken und der Union attestierten die Forscher leichte Verbesserungen. "Insgesamt hat sich die Verständlichkeit der Programme seit 2009 verschlechtert", so Brettschneider.

Laut der Studie, die von einer Skala von 0 (sehr unverständlich) bis 20 (sehr verständlich) ausgeht, kommen CDU/CSU mit einem Indexwert von 9,9 auf das beste Ergebnis. Die Grünen liegen mit einem Wert von 8,4 auf dem zweiten Platz. Dahinter folgen die Linkspartei (7,7) sowie SPD und FDP mit je 7,3. Schlusslicht sind die Piraten mit einem Indexwert von 5,8.

Einen derart schlechten Wert habe seit 1994 kein Parteiprogramm mehr erhalten, heißt es in der Studie. Selbst eine durchschnittliche politikwissenschaftliche Doktorarbeit (Indexwert: 4,3) sei nicht viel unverständlicher.

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Quelle: n-tv.de

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