Politik

28 hochgewaltsame Konflikte: Forscher zählen sechs Kriege

Die gewaltsamen Auseinandersetzungen im Irak, in Somalia, Afghanistan, Pakistan, Mexiko und in der sudanesischen Krisenregion Darfur bezeichnen Forscher der Uni Heidelberg als Kriege. Damit zählen sie für 2010 weniger Kriege als ein Jahr zuvor. Auch die Zahl der hochgewaltsamen Konflikte hat sich verringert - dennoch könne nicht von "einer Entspannung" die Rede sein.

Tausende Zivilisten sind in diesem Jahr beim Krieg in Afghanistan getötet worden.
Tausende Zivilisten sind in diesem Jahr beim Krieg in Afghanistan getötet worden.(Foto: REUTERS)

Im Jahr 2010 gab es im Vergleich zum Vorjahr weltweit weniger Kriege. Zu diesem Ergebnis kommen die Forscher des Heidelberger Instituts für Internationale Konfliktforschung (HIIK). Laut dem am Mittwoch veröffentlichten "Konfliktbarometer" zählt die Forschergruppe für das Jahr 2010 sechs Kriege. Das sind zwei weniger als noch 2009.

Als Kriege bezeichnen die Forscher wie auch im Vorjahr schon die gewaltsamen Auseinandersetzungen im Irak, in Somalia, Afghanistan und Pakistan. Neu hinzu kamen Mexiko und die sudanesische Krisenregion Darfur. Weggefallen seien dagegen Sri Lanka, Jemen, Israel und Auseinandersetzungen zwischen Taliban-Kämpfern und Stammesmilizen in Pakistan.

Außerdem zählten die Politikwissenschaftler in diesem Jahr insgesamt 28 hochgewaltsame Konflikte, also Auseinandersetzungen mit massivem Einsatz von Gewalt und gravierenden Folgen, zu denen auch die Kriege zählen. Das sind fünf Konflikte weniger im Vergleich zum Vorjahr. Betroffen seien vor allem der Nahe und Mittlere Osten sowie Asien.

"Von einer Entspannung bis hin zu weltweit friedlicheren Tendenzen ist trotz des Rückgangs der Konflikte aber nicht zu sprechen", so HIIK-Vorstandsmitglied Lotta Mayer. Dass Kriege deeskalieren, heiße noch lange nicht, dass gleichzeitig auch eine entsprechende Friedensbewegung in Gang gesetzt werde. "Wir sprechen zwar nicht mehr von Kriegen, aber in den meisten Fällen immer noch von hochgewaltsamen Krisen", so Mayer. Lediglich in Sri Lanka sei eine deutliche Deeskalation zu verzeichnen.

Jährlich stellt das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung das "Konfliktbarometer" auf, in dem die weltweiten politischen Konflikte in verschiedene Kategorien eingeteilt werden.

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Quelle: n-tv.de

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