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Scharfe Kritik an Russland: Frankreich: Brauchen Bodentruppen gegen IS

Der Krieg gegen den IS läuft für den Westen nicht zufriedenstellend. Braucht es ausländische Bodentruppen? "Ja", sagt der französische Premierminister. Allerdings bitte nicht aus seinem Land.

Frankreichs Premierminister Manuel Valls hält einen Sieg gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) nur mit dem Einsatz örtlicher Bodentruppen für möglich. "Die Bodenoffensive dieser lokalen Truppen - und auch gewisser arabischer Länder, sofern sie sich dazu entschließen - ist entscheidend, und sei es nur, um die zurückeroberten Stellungen zu halten", sagte Valls den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

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Frankreich beabsichtige nicht, Bodentruppen in den Kampf gegen den IS zu entsenden, sagte Valls. Der französische Premier nimmt zusammen mit Noch-Außenminister Laurent Fabius und Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian an der Münchner Sicherheitskonferenz teil.

Unter anderem Saudi-Arabien hatte zuletzt angeboten, im Rahmen der US-geführten Koalition Bodentruppen nach Syrien zu entsenden. Russlands Regierungschef Dmitri Medwedew warnte die Koalition indes im "Handelsblatt" vor der Entsendung von Bodentruppen in das Bürgerkriegsland. Er warnte vor einem neuen "Weltkrieg".

"Russland bombardiert Zivilbevölkerung"

Der französische Premierminister übte scharfe Kritik an den russischen Luftangriffen in Syrien. "Man muss es deutlich sagen: Man kann nicht einen für Syrien unerlässlichen politischen Übergang verhandeln wollen und gleichzeitig die Zivilbevölkerung bombardieren, ganze Städte belagern, den humanitären Hilfsorganisationen den Zugang verweigern und die Opposition bekämpfen, die im Übergang und in der Zukunft Syriens eine entscheidende Rolle zu spielen hat", sagte Valls.

Frankreichs Präsident François Hollande forderte erneut ein Abtreten des syrischen Machthabers Baschar al-Assad. "Wir müssen dafür sorgen, dass Baschar al-Assad die Macht abgibt", sagte Hollande am Donnerstagabend im französischen Fernsehen. Er forderte ein Ende der russischen Unterstützung Assads, der einen Teil seines Volkes massakriere.

Im Vorfeld der Sicherheitskonferenz hatte sich die Syrien-Kontaktgruppe in der Nacht zum Freitag in München darauf geeinigt, dass binnen einer Woche die Kampfhandlungen in Syrien eingestellt werden sollen. Der Kampf gegen den IS soll aber fortgesetzt werden.

Quelle: n-tv.de

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