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Sichtlich genervt: Evo Morales auf dem Wiener Flughafen.
Sichtlich genervt: Evo Morales auf dem Wiener Flughafen.(Foto: REUTERS)

Flug-Odyssee des bolivianischen Staatschefs: Frankreich entschuldigt sich

Der unfreiwillige Stopp der bolivianischen Präsidentenmaschine in Wien sorgt für diplomatische Betriebsamkeit. Paris ist die Nichtgenehmigung der Überflugrechte unangenehm und sendet eine Entschuldigung in Richtung La Paz. Bolivien beschuldigt die USA, hinter der Aktion zu stehen. Ein US-Auslieferungsgesuch für Snowden weist das Land als "bizarr" zurück.

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Frankreich hat die Probleme bei den Überflugrechten für das Flugzeug von Boliviens Staatschef Evo Morales bedauert. Außenminister Laurent Fabius habe sich bei seinem bolivianischen Kollegen David Choquehuanca telefonisch entschuldigt, teilte die Regierung in Paris mit. Morales musste auf seinem Heimflug aus Moskau in Wien zwischenlanden. Nach Gerüchten über eine angebliche Mitreise des ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden hatten offenbar mehrere EU-Staaten ihren Luftraum für die Maschine gesperrt.

Frankreichs Staatspräsident François Hollande erklärte, es habe "widersprüchliche Informationen" über die Passagiere an Bord gegeben. Als er aber erfahren habe, dass es das Flugzeug des bolivianischen Präsidenten gewesen sei, habe er unverzüglich die Überfluggenehmigung erteilt, sagte Hollande in Berlin.

Auch Spanien, Italien und Portugal sollen nach bolivianischen Angaben den Überflug von Morales' Flugzeug blockiert haben. Nach einer fast 13-stündigen Zwangspause in Wien konnte der bolivianische Staatschef seinen Flug fortsetzen. Aus technischen Gründen legte die Maschine einen weiteren Zwischenstopp auf den zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln ein.

Österreichische Medien berichteten unterdessen, dass der Pilot der Präsidentenmaschine wegen einer defekten Treibstoffanzeige um Landeerlaubnis gebeten habe. Der Fernsehsender ORF2 strahlte in den Nachrichten Aufzeichnungen des Funkverkehrs zwischen dem Wiener Tower und dem Piloten aus.

Bolivien weist Auslieferungsgesuch ab

Bolivien warf den USA vor, hinter der Verweigerung der Überflugrechte zu stehen. Offenbar sei Washington überzeugt gewesen, dass sich Snowden an Bord befunden habe, sagte Außenminister Choquehuanca.

Bolivien wies zudem ein US-Auslieferungsgesuch für Snowden zurück. Das Ansinnen sei "bizarr, rechtlich unbegründet und unüblich", da sich Snowden nicht auf bolivianischem Boden befinde, erklärte das Außenministerium in La Paz. Gleichzeitig betonte die Regierung, der Ex-Geheimdienstmitarbeiter sei nie mit Morales in Russland zusammengetroffen.

Die US-Justiz wirft dem ehemaligen Geheimdienstmitarbeiter Spionage vor. Snowden hatte vertrauliche Informationen zu den Spähprogrammen der US-Geheimdienste publik gemacht. Seit Ende Mai befindet sich der 30-Jährige auf der Flucht, zuletzt soll er sich auf einem Moskauer Flughafen aufgehalten haben.

Bolivien ist eines von 20 Ländern, in denen sich der IT-Spezialist um politisches Asyl bemüht. Aus Kreisen des US-Außenministeriums verlautete, Washington gehe weiter davon aus, dass sich Snowden auf dem Moskauer Flughafen aufhalte.

Der Umgang mit Morales hatte in mehreren lateinamerikanischen Ländern für Empörung gesorgt. Nach Angaben des bolivianischen Vizepräsidenten Álvaro García ist für heute ein Treffen einer Reihe linksgerichteter Staatschefs zu dem Vorfall geplant. Als Teilnehmer wurden unter anderem Ecuadors Präsident Rafael Correa sowie die Staatschefs von Venezuela und Uruguay, Nicolás Maduro und José Mujica, genannt. Auch die Union Südamerikanischer Staaten (Unasur) plante eine Dringlichkeitssitzung. Laut García will Bolivien den Eklat vor die Uno bringen.

Quelle: n-tv.de

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