Politik
(Foto: picture alliance / dpa)

Steuererleichterungen pro Kind sollen sinken: Frankreich spart bei den Familien

Frankreich muss sein Haushaltsdefizit in den Griff bekommen. Ursprünglich wollte die sozialistische Regierung das Kindergeld für bessergestellte Familien verringern. Um das aufgeladene politische Klima infolge der Einführung der Homo-Ehe in Frankreich nicht noch zusätzlich anzuheizen, geht die Regierung nun einen anderen Weg.

Sparen, wo es nur geht: Um das Defizit in der Familienkasse zu verringern, will die französische Regierung die Steuererleichterungen pro Kind senken. Der Höchstbetrag der steuerlichen Abzugsfähigkeit pro Kind soll ab 2014 von derzeit 2000 auf 1500 Euro verringert werden, wie die sozialistische Regierung mitteilte. Die Maßnahme soll eine Milliarde Euro im nächsten Jahr bringen und betrifft laut Regierung zwölf Prozent der Haushalte mit Kindern, die durchschnittlich mit etwa 64 Euro mehr Steuern pro Monat rechnen müssten. Gleichzeitig sollen in den kommenden fünf Jahren 275.000 neue Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren geschaffen werden.

Regierungschef Jean-Marc Ayrault hob hervor, dass das französische Sozialmodell erhalten werden müsse, während gleichzeitig das Defizit reduziert werden solle. Niemand könne Frankreich aber den Reformweg "diktieren", hob er hervor. Durch das Maßnahmenbündel zur Familienpolitik soll der defizitäre Familienbereich der Sozialkasse wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. Im vergangenen Jahr hatte dieses Defizit bei 2,5 Milliarden Euro gelegen.

Insgesamt will die Regierung 1,1 Milliarden Euro ab 2014 im Familienbereich einsparen, im Jahr 2016 sollen die Einsparungen  etwa 1,7 Milliarden Euro erreichen. So sollen auch bestimmte Steuerabschläge für Schulausgaben wegfallen.

Ursprünglich hatte die sozialistische Regierung unter Präsident François Hollande auch in Erwägung gezogen, das Kindergeld für bessergestellte Familien zu verringern. Um das aufgeladene politische Klima infolge der Einführung der Homo-Ehe in Frankreich nicht noch zusätzlich anzuheizen, verzichtete die Regierung aber auf einen solchen Schritt.

Quelle: n-tv.de

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