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Die Eltern mit ihren vier Kindern sowie ein Onkel wurden nach einem Ausflug in der Nationalpark Waza verschleppt.
Die Eltern mit ihren vier Kindern sowie ein Onkel wurden nach einem Ausflug in der Nationalpark Waza verschleppt.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Bei Urlaubstrip entführt: Französische Familie kommt frei

Eine Familie aus Frankreich besucht einen Nationalpark in Kamerun. Auf dem Rückweg wird sie von Motorrädern eingekreist und verschleppt. Paris weigert sich, mit den Entführern zu verhandeln. Nun ist die Familie frei – nach Wochen unter extremen Lebensbedingungen.

Die in Kamerun entführte französische Familie ist offenbar wieder frei. Die Ex-Geiseln, darunter vier Kinder, seien den Behörden des Landes übergeben worden, teilte Kameruns Präsident Paul Biya mit. Einzelheiten zur Freilassung sind noch nicht bekannt.

Frankreichs Präsident François Hollande bestätigte die Freilassung. Der Präsident gebe dies mit "riesiger Erleichterung" bekannt, teilte der Elysée-Palast mit. Die französische Regierung hatte Verhandlungen mit den Geiselnehmern abgelehnt.

Die drei Erwachsenen und vier Kinder sind alle bei guter Gesundheit und befinden sich in Jaunde, der Hauptstadt Kameruns. Außenminister Laurent Fabius ist auf dem Weg zu ihnen. Die Familie soll so schnell wie möglich zurück nach Frankreich gebracht werden.

Lebenszeichen per Youtube-Video

Die Familie war am 19. Februar im Norden Kameruns von einer Islamistengruppe entführt und nach Nigeria verschleppt worden. Kurz nach der Entführung wurde auf Youtube ein Video hochgeladen, auf dem die Familienmitglieder sowie drei maskierte und teils schwer bewaffnete Entführer zu sehen sind. Die vier Kinder im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren sitzen in dem Video vor ihren Eltern und ihrem Onkel.

Die Entführer bezeichnen sich in dem Video selbst als Mitglieder der Gruppe Boko Haram, die im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias seit Jahren gewaltsam für einen islamistischen Staat kämpft. In dem Video verlangte die Gruppe die Freilassung von inhaftierten Gesinnungsgenossen in Nigeria und Kamerun. Die Franzosen sind nach Angaben der Entführer auch wegen Frankreichs "Krieg gegen den Islam" entführt worden. Damit spielen sie offenbar auf den französischen Militäreinsatz in Mali an.

Im März gab es ein neues Lebenszeichen von den Verschleppten. Die Islamistengruppe verbreitete eine Audio-Aufzeichung mit der Stimme des Familienvaters. Dieser verweist dabei auf die "sehr harten Lebensbedingungen" der sieben Geiseln seit ihrer Verschleppung. "Wir verlieren täglich an Kraft und beginnen, krank zu werden, wir werden nicht mehr lange durchhalten", sagt er.

Quelle: n-tv.de

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