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Beide wollen, nur eine kann: Julia Klöckner (l.) und Malu Dreyer wollen Ministerpräsidentin in Rheinland-Pfalz sein.
Beide wollen, nur eine kann: Julia Klöckner (l.) und Malu Dreyer wollen Ministerpräsidentin in Rheinland-Pfalz sein.(Foto: picture alliance / dpa)

Interview mit Malu Dreyer: "Frau Klöckner spaltet, ich nicht"

Die Umfragen sind knapp, aber Malu Dreyer will Ministerpräsidentin in Rheinland-Pfalz bleiben. Im Interview verrät die SPD-Politikerin, warum sie nicht mit der AfD diskutieren will und was sie von ihrer CDU-Herausforderin Julia Klöckner unterscheidet.

n-tv.de: Noch eine knappe Woche bis zur Wahl. Sind Sie aufgeregt?

Malu Dreyer: Nein, ich kann gut schlafen. Ich habe so wenig Zeit, dass ich einfach ins Bett falle und schlafe, bis der Wecker klingelt. Ich bin voller Tatendrang. Wir haben noch ein paar Tage, um die letzten Prozentpunkte zu erringen. Dafür kämpfe ich von morgens bis abends. Aber ich freue mich, wenn der 13. März ist.

CDU und SPD haben den Wahlkampf im Rheinland-Pfalz besonders stark auf ihre beiden Spitzenkandidaten zugeschnitten.
CDU und SPD haben den Wahlkampf im Rheinland-Pfalz besonders stark auf ihre beiden Spitzenkandidaten zugeschnitten.(Foto: imago/Hoffmann)

Sie sind wesentlich beliebter als Ihre Herausforderin Julia Klöckner, in den Umfragen liegt die SPD aber hinter der CDU. Wie erklären Sie sich das?

Es ist wichtig, den Menschen klarzumachen: Wenn ihr Malu Dreyer wollt, müsst ihr SPD wählen. Ich bin sehr optimistisch: Bei den letzten Umfragen haben wir deutlich aufgeholt und liegen auf Augenhöhe mit der CDU. Wir werden diese Wahl gewinnen, weil wir gute Landespolitik machen und die Spitzenkandidatin beliebter ist.

Ist es für Sie im Wahlkampf ein Nachteil, dass die SPD in Rheinland-Pfalz schon seit 25 Jahren regiert?

Nein. Den Menschen geht es um gute Politik im Land. Außerdem bin ich ja eine relativ neue Ministerpräsidentin Ich bin erst drei Jahren im Amt. Den Menschen ist klar, dass mit mir etwas Neues begonnen hat.

Was unterscheidet Sie und Julia Klöckner?

Ich bin eine klare, analytische und verlässliche Frau. Ich kann harte Entscheidungen treffen, aber ich habe ein offenes Herz. Ich stehe für den Zusammenhalt im Land, Frau Klöckner spaltet - das unterscheidet uns. Frau Klöckner ist Oppositionsführerin und ich werde alles dafür tun, dass das auch so bleibt.

Im TV-Duell zwischen Ihnen und Klöckner konnte man den Eindruck haben, die wichtigste Frage des Wahlkampfes ist es, wer stärker hinter der Flüchtlingspolitik der Kanzlerin steht.

Für die Journalisten ist das vielleicht die spannendste Frage. Für Deutschland und Rheinland-Pfalz ist es wichtig, dass Europa zusammenbleibt und die Zahl der Flüchtlinge, die zu uns kommen, reduziert wird. Für mich gab es nie einen Zweifel. In der Flüchtlingskrise kann es nur eine europäische Lösung geben. Die Haltung habe ich schon immer vertreten. Dass die Kanzlerin diesen Weg geht, ist richtig. Deswegen unterstütze ich sie in dieser Frage.

Nervt es Sie, dass die Flüchtlingspolitik den Wahlkampf so stark dominiert?

(Foto: imago/Thomas Frey)

Es gibt immer politische Themen, die einen Wahlkampf dominieren. In Rheinland-Pfalz bewältigen wir diese Aufgabe sehr gut. Daran werde ich von den Menschen gemessen.

Vor der Wahl findet eine TV-Elefantenrunde statt. Da Sie nicht mit der AfD diskutieren wollen, nimmt ihr Innenminister Roger Lewentz an der Runde teil. Ist es für Sie schwierig, dass Sie als Spitzenkandidatin dann nur zuschauen und nicht eingreifen können?

Nein. Ich hatte das große TV-Duell mit Frau Klöckner. Das interessiert die Menschen, denn für das Amt der Ministerpräsidentin gibt es nur uns beide. Roger Lewentz als Parteivorsitzender wird die SPD bei der Elefantenrunde sehr gut vertreten.

Nur wegen der AfD nehmen Sie nicht an der Runde teil. Machen Sie die Partei dadurch nicht viel größer, als sie ist?

Überhaupt nicht. Das ist kein Wegducken, sondern eine Frage der Haltung. Ich bin der Auffassung, dass man dieser Partei nicht ohne Not eine Plattform in der Elefantenrunde geben sollte. Einer Partei, die auf der Funktionärsebene rechts ist, sollte man solche Foren nicht geben.

Die AfD liegt in Umfragen bei 8 bis 9 Prozent und wird mit großer Wahrscheinlichkeit in den Landtag kommen. Dann werden Sie nicht umherkommen, mit ihr zu sprechen oder?

Wenn die Bürger und Bürgerinnen das entscheiden, dann ist die AfD im Parlament. Deshalb muss man den Menschen vor der Wahl klar machen, dass die AfD keine normale Partei ist und sie sich gut überlegen müssen, ob sie sie in den Landtag wählen.

Das heißt, dann werden Sie mit der AfD reden?

Wenn sie Parlamentarier im Landtag hat, dann muss man das aushalten.

In Umfragen gibt es keine aussichtsreiche Mehrheit für eine Fortsetzung Ihrer rot-grünen Landesregierung. Wie wollen Sie nach dem 13. März weiter regieren?

Ich arbeite dafür, dass die SPD stärkste Partei wird und ich Ministerpräsidentin bleibe. Und ich arbeite auch an Rot-Grün. Alles andere entscheidet sich am Wahltag.

Mit Malu Dreyer sprach Christian Rothenberg

Quelle: n-tv.de

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