Politik
Video
Donnerstag, 25. September 2014

Deutschland startet Hilfsflüge: Freiwillige im Kampf gegen Ebola gesucht

Die Ebola-Hilfe der Bundeswehr läuft an. Eine erste Maschine ist auf dem Weg nach Westafrika. Nach dem Verteidigungsministerium sucht nun auch das Gesundheitsministerium Freiwillige zum Kampf gegen die Seuche in Liberia und Sierra Leone.

Ebola-Virus

Das in Afrika vorkommende Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es führt in 50 bis 90 Prozent der Fälle zum Tod. Trotz intensiver Forschung gibt es weder eine vorbeugende Impfung noch ein Heilmittel.

Das Virus wird nach Angaben des Berliner Robert Koch-Instituts hauptsächlich durch direkten, engen Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen, wahrscheinlich über bluthaltige Körpersekrete. Nach einer Inkubationszeit von zwei Tagen bis drei Wochen führt die Krankheit meist zu Fieber und inneren Blutungen (hämorrhagisches Fieber), die Mehrheit der Patienten stirbt an Lungenversagen und Kreislaufschock.

Das Virus, das zuerst am Ebola-Fluss im Kongo auftauchte, lässt sich im Blut, Urin und Rachensekret nachweisen. Schon der Verdacht auf eine Erkrankung ist in Deutschland meldepflichtig.

Nach Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen ruft auch Gesundheitsminister Hermann Gröhe Freiwillige zum Kampf gegen die Ebola-Seuche in westafrikanischen Ländern auf. Gebraucht werde medizinisches Personal für den Betrieb eines mobilen Krankenhauses sowie einer Behandlungsstation für Infizierte des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Liberia beziehungsweise Sierra Leone, sagte der CDU-Politiker in Berlin. Der Einsatz sei auf ein Jahr angelegt. Für beide Einrichtungen würden knapp 20 Millionen Euro aus dem Nothilfefonds des Auswärtigen Amtes bereitgestellt.

Von der Leyen hatte bereits früher einen Hilfsappell an Bundeswehr-Angehörige gestartet, auf den sich bislang mehr als 2000 Freiwillige gemeldet haben. Das DRK sucht für die geplanten Einrichtungen unter anderem Ärzte, Hebammen, Physiotherapeuten, Labortechniker und mindestens 130 Krankenpfleger. Die Fachkräfte sollen eine Woche lang auf den Einsatz vorbereitet werden.

Unterdessen ist eine Transportmaschine der Bundeswehr vom Flughafen Köln/Bonn zu einem ersten Ebola-Hilfsflug nach Westafrika gestartet. Die Maschine hatte nach Angaben eines Luftwaffen-Sprechers rund fünf Tonnen Material wie etwa Stiefel, Handschuhe, Mundschutze und Desinfektionsmittel an Bord. Der Airbus soll die Hilfsgüter nach Dakar bringen. In der senegalesischen Hauptstadt plant die Bundeswehr einen Lufttransportstützpunkt. Von dort aus soll später eine Luftbrücke nach Monrovia in Liberia eingerichtet werden.

Vom bayerischen Fliegerhorst Penzing aus brachen zudem nach Bundeswehrangaben zwei Transportmaschinen des Typs CH 160 nach Dakar auf. An Bord sind Materialien, die zum Aufbau des Umschlagplatzes für Hilfsflüge am dortigen Flughafen eingesetzt werden sollen.

Sierra Leone schließt weitere Distrikte

US-Präsident Barack Obama hatte am Mittwoch an die Weltgemeinschaft appelliert, geschlossen gegen Ebola zu kämpfen. Das Virus könne Hunderttausende Menschen töten, zu schrecklichem Leid führen und ganze Volkswirtschaften destabilisieren, sagte Obama vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York.

Unterdessen hat die Regierung in Sierra Leone wegen der Ebola-Epidemie weitere Landesteile mit mehr als einer Millionen Menschen unter Quarantäne gestellt. Die Isolierung von drei weiteren Distrikten sei erforderlich, um die Seuche erfolgreich bekämpfen zu können, erklärte Präsident Ernest Bai Koroma in einer Radio- und Fernsehansprache.

Die Bewohner der beiden nördlichen Distrikte Port Loko und Bombali sowie von Moyamba im Süden dürfen die Grenzen ihrer insgesamt 12 Gemeindegebiete ab sofort nur mit Genehmigungen und über kontrollierte Straßenkorridore verlassen. Ähnliche Einschränkungen gelten bereits für die Distrikte Kenema und Kailahun im Osten. Damit sind nun fünf der 14 Distrikte des Landes mit etwa zwei Millionen der rund sechs Millionen Einwohner von Isolationsmaßnahmen betroffen.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen