Politik
Freitaler Szenen: Menschen protestieren gegen Flüchtlinge.
Freitaler Szenen: Menschen protestieren gegen Flüchtlinge.(Foto: AP)

Bedenken des DIHK-Chefs: Fremdenhass schadet deutscher Wirtschaft

Brennende Flüchtlingsheime, Demonstrationen gegen Zuwanderung, offen ausgetragener Rassismus - Entwicklungen, die der deutschen Wirtschaft schaden, sorgt sich DIHK-Chef Schweitzer. Und er kritisiert die aktuelle Flüchtlingspolitik.

Angesichts der anhaltenden Angriffe auf Flüchtlingsheime befürchtet der Präsident des Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, Schäden für die deutsche Wirtschaft. Deutschland brauche eine Willkommenskultur, "die in der Gesellschaft verankert ist", sagte Schweitzer der "Saarbrücker Zeitung". "Ich sage das auch aus Eigeninteresse, denn die Unternehmen sind immer stärker auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen."

Eric Schweitzer mit einer Delegation im Iran.
Eric Schweitzer mit einer Delegation im Iran.(Foto: dpa)

In den vergangenen Monaten hatte es wiederholt Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte gegeben. Schweitzer verurteilte die Taten scharf.

"Wir vergeben Chancen"

Zugleich forderte der DIHK-Chef mehr Planungssicherheit bei der Beschäftigung von Flüchtlingen. Flüchtlinge mit Bleibeperspektive müssten während einer Ausbildung sicher vor Abschiebung sein. "Dies sollte auch für eine anschließende mindestens zweijährige Beschäftigung gelten", sagte er.

Schweitzer bemängelte, dass die Reform des Bleiberechts diesbezüglich keine zufriedenstellende Lösung gebracht habe. Der Bundesrat hatte kürzlich eine Neuregelung gebilligt, mit der bei geduldeten Ausländern die Möglichkeiten für einen dauerhaften Aufenthalt in Deutschland verbessert werden. Das Gesetz soll demnächst in Kraft treten.

"Hier besteht weiterhin Handlungsbedarf", mahnte der DIHK-Präsident. Zugleich warnte Schweitzer: "Wir vergeben Chancen, wenn wir Talente nicht nutzen und gleichzeitig viele tausend Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben."

Quelle: n-tv.de

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