Politik
Ein jemenitischer Soldat auf dem Vormarsch Richtung Sanaa: Die Regierungstruppen werden von Saudi-Arabien unterstützt.
Ein jemenitischer Soldat auf dem Vormarsch Richtung Sanaa: Die Regierungstruppen werden von Saudi-Arabien unterstützt.(Foto: picture alliance / dpa)

"Tiefe Spaltung" beider Seiten: Frieden im Jemen rückt in weite Ferne

Eigentlich soll Ould Cheikh Ahmed in den Friedensgesprächen zwischen der jemenitischen Regierung und den Huthi-Rebellen vermitteln, doch der UN-Gesandte steht auf verlorenem Posten: Für die Ausweglosigkeit der Situation findet er deutliche Worte.

In den Verhandlungen über eine Beilegung des Konflikts im Jemen zeichnet sich nach Einschätzung der UNO keine Bewegung ab. Aufgrund der "tiefen Spaltung" zwischen beiden Seiten sei es ihm nicht möglich, eine neue Runde von Friedensgesprächen anzusetzen, sagte der UN-Sondergesandte Ismail Ould Cheikh Ahmed im UN-Sicherheitsrat. Er verurteilte die zunehmende Gewalt im Jemen durch Luftangriffe und Gefechte am Boden.

Es bestehe keine Einigkeit darüber, ob vor solchen Beratungen eine neue Waffenruhe vereinbart werden solle, sagte Ould Cheikh Ahmed. Zudem seien die Konfliktparteien nicht bereit, die nötigen Garantien für eine Feuerpause zu bieten.

Die jemenitische Regierung und die schiitischen Huthi-Rebellen hatten sich zuletzt im Dezember in der Schweiz getroffen, um unter UN-Vermittlung über einen Ausweg aus dem Konflikt zu beraten. Die Friedensgespräche sollten ursprünglich Mitte Januar fortgesetzt werden, doch wurde dieser Termin immer wieder verschoben.

Jemens sunnitischer Staatschef Abd Rabbo Mansur Hadi war im Februar 2015 aus Sanaa ins südliche Aden geflohen. Als die Rebellen im März auf Aden vorrückten, setzte sich Hadi nach Saudi-Arabien ab und bat das Königreich um militärische Hilfe. Eine von Saudi-Arabien geführte arabische Militärkoalition fliegt seit März Luftangriffe im Jemen. Ziel sind Stellungen der Huthi-Rebellen und ihrer Verbündeten.

In dem Konflikt wurden nach UN-Angaben seit März mehr als 6000 Menschen getötet, etwa die Hälfte von ihnen Zivilisten.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen