Politik
Die Runde in Islamabad könnte historisch werden.
Die Runde in Islamabad könnte historisch werden.(Foto: dpa)

Mehrere Treffen in Pakistan geplant: Friedensverhandlungen mit Taliban nahe

Der festgefahrene Friedensprozess in Afghanistan soll wieder in Gang gebracht werden: Delegierte aus den USA, China, Pakistan und Afghanistan treffen sich erstmals, um Wege zur Beendigung des seit fast 15 Jahren andauernden Konflikts auszuloten.

Im pakistanischen Islamabad hat ein neuer Anlauf zu Friedensverhandlungen mit den Taliban begonnen. Vertreter aus Afghanistan, Pakistan, den USA und China wollen sich auf einen Fahrplan für die Kontaktaufnahme mit den radikalislamischen Aufständischen einigen. Der außenpolitische Berater der pakistanischen Regierung, Sartaj Aziz, äußerte zum Auftakt des Treffens die Hoffnung auf einen "dauerhaften Frieden in Afghanistan" durch Verhandlungen.

Aziz sprach sich dagegen aus, für die Aufnahme von Gesprächen mit den Taliban Vorbedingungen zu stellen oder ihnen militärisch zu drohen. Seitens der afghanischen Regierung hieß es, bei dem Treffen werde Pakistan eine Liste mit Taliban-Fraktionen präsentieren, die zu Verhandlungen bereit seien. Am Montag saßen noch keine Rebellenvertreter mit am Tisch.

14 Jahre nach der Vertreibung der Taliban von der Macht in Kabul sind die Islamisten in vielen afghanischen Regionen wieder in der Offensive. Beobachter vermuten, dass sie mit ihren Angriffen größere Zugeständnisse in den Friedensverhandlungen erzwingen wollen.

Die Friedensbemühungen waren im vergangenen Jahr ins Stocken geraten, nachdem die Taliban den Tod ihres Anführers Mullah Mohammed Omar zwei Jahre zuvor publik gemacht hatten. Dies hatte die Extremistengruppe vor eine Zerreißprobe und interne Machtkämpfe gestellt. Uneinigkeit herrscht auch darüber, ob sich die Taliban an Friedensgesprächen beteiligen oder nicht.

In den vergangenen Monaten haben die Islamisten Geländegewinne in der südlichen Provinz Helmand verzeichnet und vorübergehend auch das nordafghanische Kundus unter ihre Kontrolle gebracht.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen