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Beim Thema "Flüchtlinge" finden CDU und CSU seit Wochen nicht zueinander.
Beim Thema "Flüchtlinge" finden CDU und CSU seit Wochen nicht zueinander.(Foto: picture alliance / dpa)

Unionsstreit verschärft sich: Friedrich: Merkel-Lager soll CDU verlassen

Im Streit um die richtige Flüchtlingspolitik schlägt Ex-CSU-Minister Hans-Peter Friedrich dem Merkel-Lager vor, die Partei zu wechseln. Während der Vorschlag parteiintern nur bedingt ankommt, heißen die Grünen den potenziellen Zuwachs willkommen.

Die CSU legt im Streit mit Bundeskanzlerin Angela Merkel über die richtige Flüchtlingspolitik nach. Der frühere Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich, zurzeit stellvertretender Fraktionschef von CDU/CSU im Bundestag, forderte die Merkel-Anhänger auf, die Partei zu wechseln: "#CDU und #CSU lassen sich nicht spalten. Der #Merkel-Flügel der CDU kann sich ja ins rot-grüne Team verabschieden." Das Büro von Friedrich bestätigte die Echtheit des Tweets. 

Bei der CSU kam die Aussage nur teilweise an: Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt sagte, sie wisse nicht, was solches Gerede bringe."Wir können die Probleme nur gemeinsam lösen." Der bayerische Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann nahm den Ball dagegen auf. "Wir heißen den Merkel-Flügel der CDU bei uns Grünen herzlich willkommen. Wir sollten sofort gemeinsam mit den Vorbereitungen für die Bundestagswahl 2017 beginnen!"

Zuvor hatte SPD-Generalsekretärin Katarina Barley der "Welt" bereits gesagt, die Kanzlerin liege mit der Suche nach europäischen Lösungen der Krise auf sozialdemokratischer Linie. "Sie ist also folglich eher im Team SPD."

Bereits seit Tagen greifen CSU-Politiker Merkel wegen ihres Kurses in der Flüchtlingspolitik an. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt sprach in der "Passauer Neuen Presse" von einer Krise zwischen den Schwesterparteien. "Zwischen CSU und CDU ist eine ernste Situation eingetreten", sagte er. Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer machte Merkel am Montag sogar für das starke Abschneiden der AfD bei Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt verantwortlich.

Im Raum stand zwischenzeitlich auch eine bundesweite Ausdehnung der CSU. Seehofer lehnte den Vorschlag ab, wollte aber keine "Ewigkeitsgarantie" abgeben. Ein Krisentreffen mit Merkel am Mittwoch blieb ohne Ergebnisse.

Quelle: n-tv.de

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