Politik
Video
Dienstag, 04. Juli 2017

Trump und Merkel telefonieren: G20: Russland grenzt sich von USA ab

Wenige Tage vor dem G20-Gipfel kommt Bewegung in die große Politik: Russland versichert, weiter hinter dem Pariser Klimavertrag zu stehen. US-Präsident Trump spricht indes mit Bundeskanzlerin Merkel und gibt ihr ein Versprechen.

Wenige Tage vor dem Beginn des G20-Gipfels in Hamburg hat sich die russische Delegation in Fragen der Klima- und Handelspolitik deutlich von den USA distanziert. "Russland hat nicht vor, den Pariser Klimavertrag zu verlassen oder in irgendeiner Weise die Verpflichtungen infrage zu stellen, die wir übernommen haben. Der Vertrag ist unterschrieben, er ist in Kraft", sagte die russische G20-Chefunterhändlerin Swetlana Lukasch den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Wir sind überzeugt, dass Russland zu den Führern des Klimaschutzes gehört, weil wir schon unsere Vorgaben im Rahmen des Kyoto-Protokolls übererfüllen."

Unter Präsident Donald Trump hatten die USA - nach China weltweit der zweitgrößte CO2-Verursacher - ihren Rückzug aus dem Pariser Klimaabkommen angekündigt. Lukasch nannte dies "bedauerlich".

Mit dem Regelwerk will die Weltgemeinschaft die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad halten im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter Kritische Worte fand Lukasch auch für die Handelspolitik der US-Regierung. "Wir sind überzeugt, dass Protektionismus am Ende nur die Bereiche und Entwicklungen hemmt, zu deren Schutz solche Maßnahmen getroffen werden", sagte sie. "Ich denke, auch die amerikanische Regierung wird auf den Weg zum freien internationalen Handel zurückkehren."

Merkel und Trump telefonieren

Trump versprach Bundeskanzlerin und Gipfel-Gastgeberin Angela Merkel indes seine Unterstützung beim G20-Gipfel. In einem Telefonat der beiden habe Trump gesagt, er freue sich darauf, Kanzlerin Merkel zu helfen, den Gipfel zu einem Erfolg zu machen, teilte das Weiße Haus mit. Die beiden hätten in einem ausführlichen Gespräch Themen wie Klima, eine Initiative zu Förderung von Unternehmerinnen sowie Handel angesprochen, darunter die weltweite Überkapazität von Stahl. 

Es wird damit gerechnet, dass Trump wegen seiner nationalistischen Handels- und Wirtschaftspolitik sowie der kontroversen US-Klimapolitik für Streit bei dem Treffen am 7. und 8. Juli sorgen könnte.

Merkel hatte Trumps Klima- und Handelspolitik bereits mehrfach deutlich kritisiert, ohne seinen Namen zu nennen. Die Kanzlerin richtet ihren ersten G20-Gipfel im eigenen Land aus. Sie hatte die Erwartungen an die Gespräche mit Trump bereits früh gedämpft: "Wir kennen ja bestimmte Positionierungen der amerikanischen Regierung, und da erwarte ich nicht, dass wegen einer zweitägigen Reise nach Hamburg diese Positionierungen ausgesetzt werden und sich im Kommuniqué plötzlich wiederfinden", hatte sie gesagt.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen