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Trotz des offenen Streits in der Syrien-Frage verlief das Treffen zwischen Sergej Lawrow und Sigmar Gabriel versöhnlicher als noch im März.
Trotz des offenen Streits in der Syrien-Frage verlief das Treffen zwischen Sergej Lawrow und Sigmar Gabriel versöhnlicher als noch im März.(Foto: REUTERS)
Mittwoch, 28. Juni 2017

Schlagabtausch über Syrien-Frage: Gabriel: Lawrow "verharmlost" Regime

Beim Treffen im südrussischen Krasnodar streiten sich Außenminister Gabriel und sein russischer Amtskollege Lawrow über die Syrien-Frage: Die Sorge vor neuen Giftgas-Angriffen weist Lawrow als Spekulation zurück - und er spricht eine Warnung aus.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel hat sich bei seinem Russland-Besuch einen verbalen Schlagabtausch mit seinem Kollegen Sergej Lawrow über mögliche Giftgasangriffe in Syrien geliefert. Während Lawrow die Warnungen Washingtons vor einem "weiteren Chemiewaffen-Angriff" der syrischen Regierungstruppen als reine Spekulation zurückwies, warf Gabriel dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad "schwere Kriegsverbrechen" vor.

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Das Weiße Haus hatte am Montagabend mit drastischen Worten vor einem Giftgas-Einsatz in Syrien gewarnt. Sollte es dazu kommen, würde dies wahrscheinlich "den Massenmord an Zivilisten" bedeuten, darunter unschuldige Kinder, hieß es in einer Erklärung. In diesem Fall würden al-Assad und sein Militär "einen hohen Preis" dafür zahlen.

Lawrow warnte die USA bei der Pressekonferenz im südrussischen Krasnodar vor einem Präventivschlag gegen syrische Regierungstruppen. Washington solle "nicht über flüchtige Aufklärungsinformationen spekulieren, die geheim sind und niemandem gezeigt werden dürfen", sagte er.

Sorge vor neuem Chan Scheichun

Gabriel warf Lawrow vor, die Assad-Regierung als "friedfertiges Regime" zu verharmlosen, das zu Unrecht verdächtigt werde. "Präsident Assad sitzt einem Regime vor, das in der Lage ist, Tausende von Menschen in Folterkeller zu bringen", sagte Gabriel. "Ich glaube einfach, dass der Schritt, gegen Regimegegner chemische Waffen einzusetzen für die dortigen Militärs kein so großer ist."

Am 4. April 2017 waren bei einem mutmaßlichen Giftgas-Angriff auf die syrische Stadt Chan Scheichun mehr als 80 Menschen getötet worden. Der Westen macht die syrischen Regierungstruppen verantwortlich, Assad weist jegliche Schuld von sich - und wird von Russland in Schutz genommen. Die USA hatten damals mit einem Raketenangriff auf einen syrischen Luftwaffenstützpunkt reagiert.

Gabriel reist weiter nach Moskau

Insgesamt verlief das Treffen der beiden Minister aber deutlich versöhnlicher als der Antrittsbesuch Gabriels in Moskau im März. Am Donnerstag reist der Vizekanzler nach Moskau weiter und trifft dort möglicherweise auch Präsident Wladimir Putin. Es ist bereits der dritte Besuch Gabriels in Russland innerhalb von vier Monaten - bei den engsten Nato-Verbündeten in Washington, Paris und London war er noch nicht so häufig.

Anlass für den Besuch ist eine Städtepartnerschaftskonferenz in Krasnodar. Beide Außenminister betonten, dass sie sich von der Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene positive Effekte für die gesamten bilateralen Beziehungen erhofften. Gabriel sprach von einer "Völkerverständigung von unten".

Quelle: n-tv.de

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