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Gabriel sieht in den Grünen inzwischen eine Partei der Besserverdienenden.
Gabriel sieht in den Grünen inzwischen eine Partei der Besserverdienenden.(Foto: dpa)

Nicht die "besseren Sozialdemokraten": Gabriel attackiert Grüne

Wenn es nach SPD und Grünen geht, wollen sie nach der Bundestagswahl im September gemeinsam die Regierung bilden. Das ändert jedoch nichts daran, dass es erhebliche Meinungsverschiedenheiten in Grundsatzfragen gibt. SPD-Chef Gabriel unterstellt den Grünen nun, dass sie kaum noch ein Gefühl für das Leben von Normalverdienern haben.

SPD-Chef Sigmar Gabriel wirft den Grünen mangelndes soziales Gespür vor. "Die Grünen werden nie verstehen, wie eine Verkäuferin bei Aldi denkt", sagte Gabriel der "Zeit". Wer einer höheren Gehaltsgruppe angehöre, "versteht auch nicht, warum einer Krankenschwester nicht egal ist, wie viel der Strom kostet". Zudem könnten die Grünen nicht nachvollziehen, "dass es auch eine Errungenschaft ist, wenn es billige Flüge nach Mallorca gibt," sagte der SPD-Chef an die Adresse seines Wunsch-Koalitionspartners gerichtet.

Grüne Ideen vom bedingungslosen Grundeinkommen seien für arbeitende Menschen "ein Affront", sagte Gabriel. Grüne Ideen machten die SPD nicht überflüssig, auch wenn die Grünen glaubten, sie seien die besseren Sozialdemokraten.

SPD und Grüne streben nach der Bundestagswahl im September ein rot-grünes Bündnis an. Nachdem sich führende Grüne kürzlich von der Agenda 2010 distanziert hatten, gab es zwischen beiden Parteien einen Streit über den richtigen Umgang mit der von SPD-Kanzler Gerhard Schröder durchgesetzten Sozialreform.

Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin hielt dem Vorwurf, die Grünen seien eine Partei der Besserverdienenden, in der "Zeit" entgegen: "Ich habe Sigmar Gabriel gefragt: Wann warst du das letzte Mal bei McDonald's? Da gibt es Latte macchiato, Espresso, und, halt dich fest, Bionade." Grüner Lebensstil sei längst keine soziale Frage mehr.

Quelle: n-tv.de

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