Freitag, 10. Juli 2009
Immer für eine Nachricht gut: Gaddafi mit Zelt und Schirmchen
Der libysche Staatschef besteht auch beim G8-Gipfel wie immer darauf, dass er in einem Zelt logieren kann. Im Gegensatz zu den Erdbebenopfern muss er dabei aber nicht auf Luxus verzichten.Libyens Präsident Muammar al-Gaddafi hat auch seine erste Teilnahme an einem G8-Gipfel zu einem öffentlichkeitswirksamen Auftritt genutzt: Der "Revolutionsführer" stieg auf dem Weg zum Treffen mitten auf der Autobahn aus und wandelte mit einem weißen Sonnenschirm etwas an den Feldern entlang. Wie italienische Medien berichteten, habe er damit seine weibliche Leibgarde in Panik versetzt.
Nach dem ungeplanten Spaziergang erreichte der exzentrische Libyer den Tagungsort am Donnerstag wie üblich mit Verspätung – aber gerade noch rechtzeitig, um an dem festlichen Abendessen mit den anderen Staatschefs teilzunehmen. Gaddafi, der politisch über Jahrzehnte isoliert war, nun aber derzeit den Vorsitz in der Afrikanischen Union innehat, erschien in einer weißen Beduinen-Tracht mit einer großen Ordensspange.
Der für seine Sonderwünsche bekannte Staatschef braucht auch in L'Aquila ein eigenes "Dach" über dem Kopf. Für ihn wurde auf dem G8-Gelände ein kleines, aber mit allen Raffinessen ausgestattetes Zelt aufgestellt. So befindet sich im Inneren etwa ein eigener Plasma-Fernseher.
Auf dem Gipfel kam es auch zu einer historisch zu nennenden Begegnung mit US-Präsident Obama.
(Foto: REUTERS)
Wie üblich sollen weibliche Sicherheitskräfte vor dem Zelt postiert werden, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Das Zelt war bereits vor zwei Tagen auf einem nahen Sportgelände vormontiert worden.
Erst vor einem Monat hatte Gaddafi bei seinem ersten offiziellen Besuch in Italien die Gesprächspartner in Rom auf eine harte Probe gestellt: Der "Colonello", wie Gaddafi in Italien auch genannt wird, erschien mit einstündiger Verspätung und leistete sich auch sonst Extravaganzen verschiedenster Art. Der Präsident des italienischen Abgeordnetenhauses, Gianfranco Fini, sagte kurzerhand ein Treffen ab, weil Gaddafi wieder stundenlang auf sich warten ließ. Auch damals hatte er darauf bestanden, dass für ihn ein Beduinenzelt in der Ewigen Stadt aufgestellt wird.
hdr/dpa
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