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Bis zu 650 Bundeswehrsoldaten sollen im Norden Malis eingesetzt werden.
Bis zu 650 Bundeswehrsoldaten sollen im Norden Malis eingesetzt werden.(Foto: dpa)

"Wir haben das Unsere getan": Gauck besucht deutsche Soldaten in Mali

Deutsche Soldaten unterstützen den westafrikanischen Krisenstaat Mali im Kampf gegen Islamisten und Rebellen. Aber militärische Mittel alleine reichen nicht aus, meint Bundespräsident Gauck. Notwendig seien Lebensperspektiven für die Menschen.

Bundespräsident Joachim Gauck hat den westafrikanischen Krisenstaat Mali aufgerufen, die Stabilisierung des Landes auch mit eigenem Engagement voranzutreiben. "Wir haben das Unsere getan mit dem angekündigten militärischen Kontingent", sagte Gauck nach einem Gespräch mit dem malischen Präsidenten Ibrahim Boubacar Keita in Bamako.

Bis zu 650 deutsche Soldaten sollen die malischen Streitkräfte vom Sommer an im gefährlichen Norden des Landes beim Kampf gegen Terroristen und Rebellen unterstützen. Etwa 40 Deutsche sind bereits in der früheren Rebellenhochburg Gao stationiert.

Gauck besuchte vor dem Ende seiner Reise in Bamako und im Feldlager Koulikoro etwa 60 Kilometer entfernt deutsche Soldaten. Sie sind dort im Rahmen der europäischen Ausbildungsmission EUTM im Einsatz. An der Mission sind etwa 200 Bundeswehrangehörige beteiligt. Die UN-Friedenstruppe Minusma mit insgesamt 9000 Soldaten ist im gefährlicheren Norden des Landes stationiert.

Die Bedrohung Malis durch Terror, Separatisten und Kriminelle sei aber allein mit militärischen Mitteln nicht einzudämmen, betonte der Bundespräsident. Notwendig seien Lebensperspektiven für Jugendliche und Arbeitslose sowie eine bessere Versorgung mit Wasser, Lebensmitteln und Medizin.

Angriff auf Minusma-Lager

Malis Präsident dankte Deutschland für langjährige Freundschaft und Unterstützung. "Erst in der Not erkennt man, wer sein Freund ist", sagte Keita. Nicht nur Mali werde durch islamistische Terroristen gefährdet, der Frieden weltweit stehe auf dem Spiel. "Den Kampf gegen diese Barbarei wollen wir gemeinsam gewinnen."

Kurz vor dem Besuch Gaucks in Mali hatten mutmaßliche Islamisten ein Lager der UN-Friedenstruppe Minusma im Norden des Landes mit Raketen angegriffen. Fünf Blauhelme seien bei dem Angriff in der Stadt Kidal getötet worden, sagte UN-Sprecher Olivier Salgado. Es sei weiter von etwa 30 Verletzten auszugehen.

Quelle: n-tv.de

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