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Joachim Gauck hat Probleme, Vertrauen zur Linkspartei zu entwickeln.
Joachim Gauck hat Probleme, Vertrauen zur Linkspartei zu entwickeln.(Foto: dpa)

Präsident hadert mit Linken: Gauck tut sich mit Wahl Ramelows schwer

Anfang Dezember könnte es in Deutschland ein Novum geben: Mit Bodo Ramelow in Thüringen könnte es den ersten Ministerpräsidenten der Linkspartei geben. 25 Jahre nach dem Mauerfall normal? Nicht für Bundespräsident Joachim Gauck.

Bundespräsident Joachim Gauck hat Bedenken dabei, dass es in Thüringen erstmals einen Ministerpräsidenten der Linkspartei geben könnte. "Menschen, die die DDR erlebt haben und in meinem Alter sind, die müssen sich schon ganz schön anstrengen, um dies zu akzeptieren", sagte Gauck der ARD.

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Die Wahlentscheidung sei zwar zu respektieren, dennoch bleibe die Frage: "Ist die Partei, die da den Ministerpräsidenten stellen wird, tatsächlich schon so weit weg von den Vorstellungen, die die SED einst hatte bei der Unterdrückung der Menschen hier, dass wir ihr voll vertrauen können?"

Wenn die SPD in Thüringen, bei der derzeit eine Mitgliederbefragung läuft, den Weg für Rot-Rot-Grün freimacht, könnte Bodo Ramelow am 5. Dezember gewählt werden. Damit wäre erstmals ein Politiker der Linken Ministerpräsident eines Bundeslandes.

Jahn formuliert Kritik drastischer

Gauck sagte mit Blick auf die Linke, es gebe "Teile in dieser Partei, wo ich - wie viele andere auch - Probleme habe, dieses Vertrauen zu entwickeln". Der frühere DDR-Bürgerrechtler war von 1991 bis 2000 der erste Bundesbeauftragte für die Stasiunterlagen.

Der derzeitige Stasi-Unterlagen-Beauftragte, Roland Jahn, übte scharfe Kritik an der geplanten rot-rot-grünen Koalition in Erfurt. "Die Politiker in Thüringen sollten schon wissen, dass die Opfer der SED-Diktatur sich verletzt fühlen, wenn dort ein linker Ministerpräsident regiert", sagte Jahn der "Lausitzer Rundschau". Die Linkspartei sei bisher nicht als eine Partei wahrgenommen worden, "der es mit der Aufarbeitung wirklich ernst ist", fügte der frühere DDR-Bürgerrechtler hinzu.

Quelle: n-tv.de

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