Politik

Bundespräsident kuschelt mit Senioren: Gauck will flexiblen Renteneintritt

Auch beim Deutschen Seniorentag spricht Bundespräsident Gauck über sein Paradethema: die Freiheit. Es geht ihm um die Freiheit älterer Menschen, ihren Lebensabend aktiv zu nutzen. Laut Gauck verliert der demografische Wandel seinen Schrecken, wenn die Politik nicht starr an bestehenden Systemen wie dem Renteneintrittsalter festhält.

Gauck: Niemanden sollte Unzumutbres zugemutet werden."
Gauck: Niemanden sollte Unzumutbres zugemutet werden."(Foto: dpa)

Bundespräsident Joachim Gauck plädiert für eine längere Lebensarbeitszeit ohne eine starre Grenze für den Renteneintritt. "Ich wünsche mir, dass jene, die es wollen, länger im Beruf bleiben können", sagte das Staatsoberhaupt beim Deutschen Seniorentag. Derzeit müssen Arbeitnehmer in der Regel mit Eintritt in das Rentenalter ihren Arbeitsplatz aufgeben. "Wir werden erkennen, dass (...) Konsequenzen einer Gesellschaft des langen Lebens nur dann bedrohlich sind, wenn zu starr an den bisherigen Systemen, Vorgaben und Eckpunkten festgehalten wird."

"Niemanden sollte Unzumutbares zugemutet werden", sagte Gauck. Allerdings fügte er hinzu, Zumutbares solle verlangt werden, vor allem wenn dies erwünscht sei. Über nahezu alle Parteigrenzen hinweg ist es Ziel der Politik, mehr ältere Menschen in Beschäftigungen zu halten.

Zurzeit läuft eine Übergangsphase, in der das Rentenalter schrittweise von 65 auf 67 Jahre erhöht wird. Diese Erhöhung durch die damalige rot-grüne Bundesregierung wurde unter anderem mit den steigenden Kosten durch die Rentenzahlungen begründet. Zugleich steigt durch die demografische Entwicklung das Durchschnittsalter der Deutschen, die unter anderem durch den medizinischen Fortschritt immer älter werden.

"Die gewonnenen Lebensjahre im Alter schenken uns Freiheit: die Freiheit, von vielen äußeren Zwängen entlastet unsere Fähigkeiten weiter zu erproben und weiterzugeben", sagte Gauck. Zugleich resultiere aus ihr aber auch eine Verantwortung: "Die Verantwortung, unser Leben, solange irgend möglich, selbst zu gestalten und unsere Fähigkeiten so einzusetzen, dass das individuelle Glück des längeren Lebens auch ein Glück für das Gemeinwohl bleibt oder wird." Gauck - selbst 72 Jahre alt - appellierte an die ältere Generation, die durch die höhere Lebenserwartung gewonnene Freiheit aktiv zu nutzen.

Gegner eines höheren Renteneintrittsalters führen unter anderem an, dass es für ältere Arbeitnehmer kaum Arbeitsplätze gibt.

Unter dem Motto "Ja zum Alter!" wendet sich der alle drei Jahre organisierte Seniorentag diesmal gezielt gegen den Jugendwahn. Bis Samstag sind in Hamburg rund 110 Veranstaltungen geplant. Die Veranstalter rechnen mit rund 20.000 Besuchern.

Quelle: n-tv.de

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