Sonntag, 25. April 2010
BKA sieht Sicherheitsrisiko: Gefährliche Konvertiten
Muslim zu werden, fällt unter die Religionsfreiheit, doch laut BKA geht von Sauerland-Terroristen und Co. eine immer größere Gefahr aus.Zum Islam übergetretene Deutsche stellen nach Einschätzung des Bundeskriminalamts (BKA) ein immer größeres Sicherheitsrisiko dar. Das berichtet der "Focus" unter Berufung auf eine vertrauliche BKA-Analyse. Demnach stufen Polizeibehörden von Bund und Ländern derzeit elf Konvertiten als "Gefährder" und 26 als "relevante Personen" ein, darunter drei Frauen. Die Muslime im Alter zwischen 20 und 42 Jahren stehen dem Bericht zufolge im Verdacht, Terroranschläge in der Bundesrepublik zu planen.
Den radikalen Konvertiten dienen nach dem BKA-Papier "bestimmte Moscheen" als Anlaufpunkte - laut "Focus" Einrichtungen im Raum Ulm/Neu-Ulm sowie die Al-Kuds-Moschee in Hamburg, wo sich einige Attentäter des 11. September 2001 getroffen hatten, darunter Mohamed Atta und Ziad Jarrah. Etwa ein Drittel der als bedrohlich eingestuften Konvertiten lebten in Baden-Württemberg, fünf in Bremen, jeweils vier in Hamburg und Nordrhein-Westfalen. Dort hatte die Polizei 2007 die konvertierten "Sauerland-Terroristen" Fritz Gelowicz und Daniel Schneider verhaftet. Im März 2010 wurden sie zu jeweils zwölf Jahren Haft verurteilt.
Entschlossene Krieger
Die Terroranschlagsgefahr für Deutschland bleibt nach Einschätzung des Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Heinz Fromm, sehr hoch. Er sagte im Südwestrundfunk, man habe es mit Leuten zu tun, die entschlossen seien, überall auf der Welt, auch in Deutschland, den gewalttätigen Heiligen Krieg (Dschihad) zu führen. Islamisten schlachteten die tödlichen Angriffe auf Bundeswehrsoldaten in Afghanistan propagandistisch aus. Sie begrüßten die Anschläge als einen Schritt, die Bundeswehr aus Afghanistan zu vertreiben und zu besiegen.
Im Visier des Verfassungsschutzes stehe auch die Gruppe Deutsche Taliban Mujaheddin, die kürzlich ein Video ins Internet gestellt hatte, sagte Fromm. Außer dem deutschen Konvertiten Eric Breininger seien die Mitglieder aber noch nicht identifiziert.
dpa
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