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Politik

Dienstag, 06. April 2004

Proteste zwecklos: Gen-Weizen-Versuch gestartet

Trotz Protesten von Umweltschützern hat bei Bernburg in Sachsen-Anhalt der bundesweit erste Freilandversuch mit gentechnisch verändertem Weizen begonnen. Die Firma Syngenta aus Hessen will auf rund 450 Quadratmetern Getreide anbauen, das gegen einen Pilz widerstandsfähig ist. Nach Angaben der Firma werden rund 5.000 Pflanzen ausgesetzt. Polizisten sicherten das Areal ab.

Der beim Robert-Koch-Institut in Berlin beantragte Versuch war vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit genehmigt worden. Bundesverbraucherministerin Renate Künast (Grüne) sagte in Berlin, der Versuch bewege sich auf der gültigen Rechtsgrundlage: "Forscher forschen."

Ursprünglich wollte die Syngenta Agro GmbH doppelt so viele Pflanzen aussetzen. Die Umweltorganisation Greenpeace hatte jedoch mit dem Aussähen von Öko-Weizen ein zweites Versuchsfeld unbrauchbar gemacht. Das Feld sei verloren, sagte Syngenta-Sprecher Rainer Linneweber. Die Firma prüft rechtliche Schritte gegen Greenpeace.

Die Umweltorganisation kritisierte den jetzigen Versuch und bezweifelte dessen Nutzen. Auch dieses Areal sei durch das Ausbringen von Öko-Weizen unbrauchbar. Syngenta war im vergangenen Jahr bereits im thüringischen Friemar mit einem Genweizen-Versuch an einer Greenpeace-Aktion gescheitert.

Sachsen-Anhalt sieht sich bei gentechnisch behandeltem Saatgut in einer Vorreiterrolle in Deutschland. Noch in diesem Monat soll auf mehreren hundert Hektar Gen-Mais angebaut werden.

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