Montag, 28. September 2009
Ein Soldat für 50 Afghanen: General will mehr Truppen
Die Forderungen der Oberkommandierenden in Afghanistan werden immer lauter: Die internationalen Truppen müssenen radikal aufgestockt werden, wenn dort die Taliban erfolgreich bekämpft werden sollen.
Die NATO-Truppen stellen einen Großteil der Soldaten am Hindukusch.
(Foto: AP)
Wenn langfristig am Hindukusch Stabilität erreicht werden solle, genüge es nicht, den Luftraum zu überwachen, sagte der britische Top-General in Afghanistan, Jim Dutton, der Zeitung "The Times". Er unterstütze das Ansinnen McChrystals, die Truppen aufzustocken, um die radikalislamischen Taliban zurückzudrängen, sagte der stellvertretende Kommandierende der NATO-Truppe ISAF weiter.
Günstig wäre ein Verhältnis von einem Soldaten auf 50 Zivilisten im Land. Dies würde dem Bericht zufolge bedeuten, dass 560.000 einheimische und ausländische Soldaten eingesetzt werden müssten. Derzeit sind es insgesamt rund 274.000 Mann. McChrystal hatte kürzlich gewarnt, der Kampf gegen die Aufständischen in Afghanistan könnte verloren gehen, sollten nicht mehr Soldaten bereitgestellt werden. Großbritannien stellt nach den USA das größte Kontingent der internationalen Truppen in Afghanistan.
NATO: USA sollen europäischen Einsatz würdigen
NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen mahnte indes Washington, den engagierten Einsatz der europäischen und kanadischen Truppen in Afghanistan zu würdigen. Er wisse, dass in Washington "viele frustriert" seien beispielsweise über das Zögern einiger Länder, mehr Truppen an den Hindukusch zu schicken, sagte Rasmussen vor dem Militärbündnis. Dennoch seien neben den US-Soldaten weitere 35.000 Streitkräfte im Einsatz, was einem Anteil von 40 Prozent entspreche. Trotz teils hoher Verluste habe sich kein Land aus dem Engagement zurückgezogen. "Ich weiß nicht, ob das in den USA so sichtbar ist, wie es sein müsste."
Er werde nicht akzeptieren, dass jemand sagt, Europa und Kanada bezahlten keinen Preis dafür, um in Afghanistan erfolgreich zu sein. "Das ist falsch", sagte der NATO-Generalsekretär. Mehr als 20 Länder hätten teils hohe Verluste ihrer Soldaten zu beklagen. Rasmussen räumte ein, dass die Mission in Afghanistan "schwierig" sei. Die Unterstützung in der Bevölkerung schwinde, da die Zahl der toten Soldaten steige. Gleichzeitig sagte er, die NATO werde "so lange wie nötig in Afghanistan bleiben", bis es den Afghanen möglich sei, selbst die Kontrolle im Land zu übernehmen.
Der Oberbefehlshaber der US- und NATO-Truppen in Afghanistand, McChrystal, kritisierte unterdessen die langsame Arbeitsweise des Pentagon. Diese behindere ihn in seinen Bemühungen, Aufständische in Afghanistan zu bekämpfen, sagte er dem Sender CBS.
AFP
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