Donnerstag, 26. November 2009
Geradlinig und nahbar: Generalinspekteur Schneiderhan
Der Generalinspekteur hat sich immer als Diener des Staates verstanden. Mit dem Bild eines mächtigen Befehlshabers hatte der ranghöchste Soldat der Bundeswehr wenig gemein.
Der Generalinspekteur (links) und der damalige Verteidigungsminister Franz Josef Jung im April 2007 im Bundestag.
(Foto: REUTERS)
Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan hat sich immer als Diener des Staates verstanden - und das seit 43 Jahren. Mit dem Bild eines mächtigen Befehlshabers hatte der ranghöchste Soldat der Bundeswehr so gut wie nichts gemein. Der gelernte Panzeroffizier gilt als warmherzig und nahbar sowohl für Generale als auch Rekruten. Selbst Kritiker halten ihm Geradlinigkeit zugute. Den Umbau der Bundeswehr zu einer Armee im Einsatz gestaltete er maßgeblich mit.
Immer wieder stellte sich der 63-jährige Schwabe hinter die Soldaten im Einsatz - und hinter die in seiner Dienstzeit wechselnden Verteidigungsminister. Nach dem verheerenden, von einem Bundeswehr- Oberst befohlenen Luftangriff auf zwei Tanklaster Anfang September bei Kundus in Nordafghanistan erklärte Schneiderhan beispielsweise, es sei nicht bestätigt worden, dass unbeteiligte Personen getötet wurden. Er habe keinen Grund daran zu zweifeln, dass die deutschen Soldaten militärisch angemessen gehandelt hätten.
Nun muss der Vier-Sterne-General als Konsequenz aus Informationspannen nach dem Angriff seinen Stuhl räumen. Schneiderhan hatte den Posten schon unter Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) übernommen. Er war der dienstälteste Generalinspekteur seit Einführung des Amtes 1957. Mitte vergangenen Jahres hatte der damalige Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) noch entschieden, Schneiderhan nicht wie für Generale üblich mit 62 Jahren in den Ruhestand gehen zu lassen, und seine Amtszeit bis Mitte 2010 verlängert. Jung würdigte ihn als stets loyalen und überaus kompetenten Berater.
dpa
Politik
-
"National Review" legt ihm Rückzug nahe
Gingrich soll aufgeben
-
"National Review" legt ihm Rückzug nahe
Gingrich soll aufgeben
-
Groenewold-Bürgschaft
Wulff forderte Zurückhaltung
-
Zwischenruf
Wulffs Rekord: Zwei Monate Dauerskandal
-
Athen beschließt Sparpaket
"Griechenland ist längst pleite"
-
Dresden wehrt sich gegen Rechts
Bürger blockieren Neonazis
-
Parteienstreit über ACTA
Union kritisiert FDP-Ministerin
-
Milliarden-Überschüsse angehäuft
Kassen warnen von Jojo-Effekt
-
E10 und anderer Biosprit
Zweifel am Klima-Nutzen bleibt
-
Explosion in Neu Delhi
Anschläge auf Israels Botschaften
-
Deutscher und Italiener entführt
Taliban bekennen sich
-
Stresstest für Atommüll-Zwischenlager
Mauer soll Terroristen abhalten
