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Die Richter riefen die Anti-Korruptions-Behörde auf, die Ermittlungen gegen Sharif fortzusetzen.
Die Richter riefen die Anti-Korruptions-Behörde auf, die Ermittlungen gegen Sharif fortzusetzen.(Foto: picture alliance / Wolfgang Kumm)
Freitag, 28. Juli 2017

"Panama Gate" in Pakistan: Gericht entlässt Ministerpräsident Sharif

Der Oberste Gerichtshof in Pakistan erklärt Ministerpräsident Nawaz Sharif für abgesetzt. Der Grund: Enthüllungen aus den "Panama Papers" bringen 2016 Mitglieder von Sharifs Familie in Zusammenhang mit Steuerhinterziehung und Geldwäsche.

Der Oberste Gerichtshof Pakistans hat Ministerpräsident Nawaz Sharif seines Amtes enthoben. Sharif habe sich nach zahlreichen Korruptionsvorwürfen "als Parlamentsmitglied disqualifiziert", erklärte das Gericht in Islamabad. "Damit übt er das Amt des Regierungschefs nicht mehr aus." Die Richter riefen die Anti-Korruptions-Behörde auf, die Ermittlungen gegen Sharif fortzusetzen. Hintergrund sind Vorwürfe und mehrere Gerichtsverfahren wegen Geldwäsche und Korruption. 2016 waren im Zuge des internationalen "Panama Papers"-Skandals Dokumente mit den Namen von Kindern des Regierungschefs aufgetaucht, nicht aber sein eigener.

In Pakistan kann ein Ministerpräsident des Amtes enthoben werden, wenn sich herausstellt, dass er Vermögen verborgen hat. In einem ersten Verfahren vor dem Obersten Gericht im Frühjahr waren sich die fünf Richter des Verfahrens nicht einig über die Bewertung der angeblichen Verfehlungen Sharifs gewesen.

Zwei Richter hatten für seine Entlassung gestimmt, drei dagegen. Die Richter hatten dann eine Ermittlungskommission ernannt, die vor Kurzem in einem Hunderte Seiten langen Bericht zu dem Schluss gekommen war, dass es "krasse Lücken" in den Nachweisen zum Vermögen der Sharif-Familie gebe.

Beobachter waren sich uneinig, ob das für eine Amtsenthebung reicht. Medien hatten 2016 Details über gut 200.000 Briefkastenfirmen der panamaischen Kanzlei Mossack Fonseca veröffentlicht, in denen Politiker, Prominente und Sportler ihr Vermögen geparkt haben sollen. Die Veröffentlichung führte zu weltweiten Ermittlungen und einer Debatte über Steueroasen und Geldwäsche.

Quelle: n-tv.de

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