Politik
Ruinen im südlichen London.
Ruinen im südlichen London.(Foto: dapd)
Mittwoch, 10. August 2011

Urteile wegen Randale in England: Gerichte machen Sonderschichten

Mehrere Nächte lang randalieren junge Briten in London und anderen Städten Englands. Gerichte legen Sonderschichten ein und schicken die ersten Unruhestifter ins Gefängnis. Großbritanniens Premierminister Cameron besucht Birmingham und spricht den Angehörigen der drei Todesopfer sein Beileid aus. Zehntausende Briten votieren dafür, Randalierern die Sozialhilfe zu entziehen.

In Großbritannien sind die ersten Randalierer verurteilt worden. Zwei Männer seien wegen ihrer Beteiligung an den Unruhen in der Nacht zu Mittwoch zu zehn und 16 Wochen Haft verurteilt worden, teilte die Polizei von Manchester über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Sie begrüßte das rasche Urteil und kündigte an, dass die Gerichte am Abend extra Sitzungen einlegen würden, um weitere Festgenommene zu verurteilten.

Die Polizei von Manchester, der drittgrößten Stadt Großbritanniens, hatte seit Beginn der Unruhen eine harte Linie gegenüber den Plünderern verfolgt. Der stellvertretende Polizeichef Garry Shewan warnte am Mittwoch, die Polizei habe Aufnahmen von hunderten Straftätern und werde alle Verantwortlichen festnehmen. Die Plünderung zahlreicher Geschäfte und die Straßenschlachten mit der Polizei am Dienstag nannte Shewan Akte "sinnlose Gewalt".

Cameron in Birmingham

Großbritanniens Premierminister David Cameron besuchte indes Birmingham und sprach den Hinterbliebenen der drei Todesopfer sein Beileid aus. Die drei Männer im Alter zwischen 21 und 31 Jahren waren in der Nacht zum Mittwoch von einem Auto mit hoher Geschwindigkeit überfahren worden, als sie auf dem Bürgersteig standen und ein Geschäft vor Plünderern schützen wollten.

Premierminister David Cameron will mehr Ethik und Moral.
Premierminister David Cameron will mehr Ethik und Moral.(Foto: dpa)

Cameron kündigte erneut eine harte Hand der Polizei an. "Die meisten Leute, die wir sehen, sind keine Demonstranten. Es sind Plünderer, Diebe und Räuber - sie begehen Straftaten", sagte der Regierungschef. "Sie müssen festgenommen, verurteilt und eingesperrt werden."

Cameron hatte zuvor aber auch eingeräumt, dass mehr in die Vorbeugung investiert werden muss. Er attestierte den Randalierern einen "kompletten Verlust" an Verantwortung. "Es geht um Elternhäuser, es geht um Disziplin in Schulen, es geht darum, dass wir ein System der Wohlfahrt haben müssen, das Faulheit nicht unterstützt, all das." Ethische Werte und Moral fehlten. "Das ist es, was wir ändern müssen", sagte Cameron.

Petition für Sozialhilfeentzug

Eine Online-Petition in Großbritannien, die fordert, Randalierern die Sozialhilfe zu entziehen, erwies sich unterdessen als so beliebt, dass ihre Webseite zusammenbrach. Bis dahin hatten bereits 78.000 Menschen die Petition unterschrieben. Bei 100.000 Unterschriften sollte sie dem Parlament zur Beratung vorgelegt werden. Ihr Text lautet: "Kein Steuerzahler soll für jene zahlen müssen, die Eigentum zerstört, von der Gemeinde gestohlen und keinen Respekt gegenüber dem Land gezeigt haben, das für sie sorgt."

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Quelle: n-tv.de

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