Politik

Street ViewGoogle startet Widerspruchsfrist

17.08.2010, 10:43 Uhr

Wer sein Haus oder seine Wohnung aus dem neuen Google-Dienst Street View fernhalten will, kann ab sofort auch online Widerspruch einlegen. Google hat dafür ein entsprechendes Formular auf seine Internetseite gestellt. Doch die Sache hat einen Haken.

Google
(Foto: picture alliance / dpa)

Hausbesitzer und Mieter können bei Google nun auch über das Internet Widerspruch gegen die Veröffentlichung von Bildern ihrer Häuser bei Street View einlegen. Die vor Tagen vom US-Konzern angekündigte Online-Funktion stehe "ab sofort" auf der Internetseite von Google zur Verfügung, teilte Google Deutschland in Hamburg mit.

Mit dem Internet-Werkzeug könnten Hausbesitzer und Mieter ihre Immobilie bei dem Straßenbilderdienst unkenntlich machen lassen, bevor Street View wie angekündigt zum Jahresende auch in Deutschland an den Start geht. Daneben könnten Verbraucher nach wie vor per Brief oder E-Mail Widerspruch einlegen. Eine Google-Sprecherin sagte, die Widerspruchsfrist laufe wie geplant am 15. September um 24.00 Uhr aus.

Der Haken: Die Seite ist mit dem Internet Explorer nicht zu erreichen. Wer sein Haus von Google unkenntlich machen lassen will, muss Browser wie Firefox benutzen - oder Google Chrome. Der Internet Explorer von Microsoft wird derzeit von rund 60 Prozent der Web-Anwender in Deutschland genutzt.

Aigner fordert 8 Wochen

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner forderte Google auf, die Widerspruchsmöglichkeiten auszuweiten. Im "Hamburger Abendblatt" betonte die CSU-Politikerin, dass sie die von Google eingeräumte Vier-Wochen-Widerspruchsfrist für zu kurz hält. Eine Verdoppelung der Frist auf acht Wochen wäre wünschenswert, so Aigner.

Google sei mit der Ankündigung, Street View noch in diesem Jahr zu starten, mitten in die Sommerferien mehrerer Bundesländer geplatzt, kritisierte die Ministerin. Google habe damit viele Bürgerinnen und Bürger überrumpelt.

Aigner warnte zugleich vor gesetzlichen Schnellschüssen beim Datenschutz im Internet. Die Herausforderung an die Politik werde sein, eine vernünftige Balance zu finden zwischen den neuen technischen Möglichkeiten, von denen auch viele Verbraucher profitierten, und dem Schutz der Privatsphäre der Bürger.

Ausnahme für Deutschland

Andreas Türk, der Produktmanager von Google Maps, betonte, auch nach dem Start bestehe "jederzeit und dauerhaft die Möglichkeit", die Bilder in Street View unkenntlich zu machen. "Das Verfahren ist für Street View weltweit üblich und erprobt."

Die seit April 2009 bestehenden Vorab-Meldemöglichkeiten via Mail und auf dem Postwege seien nach Absprachen mit den zuständigen Datenschutzbehörden speziell für Deutschland entwickelt worden. Google kümmere sich selbst darum, dass Gesichter und Autokennzeichen unkenntlich gemacht werden, ohne dass dies beantragt werden müsse.

Quelle: AFP/dpa