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China und Indien legen ihren Konflikt im Himalaya bei. Das Verhältnis der Staatschefs Narendra Modi und Xi Jinping ist abgekühlt.
China und Indien legen ihren Konflikt im Himalaya bei. Das Verhältnis der Staatschefs Narendra Modi und Xi Jinping ist abgekühlt.(Foto: picture alliance / dpa)
Montag, 28. August 2017

Indien und China einigen sich: Grenzstreit im Himalaya beigelegt

China, Indien, Bhutan - im Himalaya gibt es dieses konfliktreiche Dreiländereck. Der genaue Grenzverlauf ist umstritten, weswegen ein Streit aufgrund des Baus einer Straße durch China eskaliert. Jetzt aber soll es eine "Vereinbarung" geben.

Im Konflikt zwischen Indien und China um ein strategisches Himalaya-Plateau hat Neu Delhi den Rückzug seiner Soldaten bekannt gegeben. In Gesprächen mit Peking sei eine "Vereinbarung" erzielt worden, teilte das indische Außenministerium mit. Demnach wurde der schnelle Rückzug des Grenzpersonals in der umstrittenen Region Doklam vereinbart. Dieser sei bereits eingeleitet worden, hieß es von Indien. China seinerseits bestätigte allerdings nur den Rückzug indischer Grenztruppen von der Konfrontationslinie in Doklam. Man werde sein Territorium "um jeden Preis" verteidigen, hieß es weiter.

Der rosafarbene Fleck zeigt das Konfliktgebiet.
Der rosafarbene Fleck zeigt das Konfliktgebiet.(Foto: Screenshot Google Maps)

Die betroffene Himalaya-Region nahe der indischen Grenze wird sowohl von China als auch von Indiens Verbündetem Bhutan beansprucht. Seit Mitte Juni hatten sich chinesische und indische Soldaten an der Dreiländergrenze gegenübergestanden. Ausgelöst wurde die jüngste Krise durch den Versuch chinesischer Truppen, in dem umstrittenen Gebiet eine Straße zu bauen. China warf Indien vor, Truppen auf chinesisches Territorium geschickt zu haben, um den Bau zu verhindern.

Chinas Soldaten patrouillieren weiter

Die Beziehungen zwischen Indien und China sind wegen Territorialstreitigkeiten seit Langem getrübt. Im Jahr 1962 führten die beiden Atommächte einen kurzen Krieg um die Grenze in der Himalaya-Region. Beobachter werteten die jüngste Krise in Doklam als die schwerste seit Jahrzehnten zwischen den beiden Ländern.

Die Ankündigung des Truppenrückzugs erfolgte wenige Tage vor einer Reise des indischen Regierungschefs Narendra Modi zum Gipfel der aufstrebenden Schwellenländer (Brics) nach China. Peking zeigte sich "erfreut" über den indischen Truppenrückzug. Eine Sprecherin des chinesischen Außenministeriums bestätigte, dass Indien Soldaten und Ausrüstung abgezogen habe. Die chinesischen Soldaten dagegen patrouillierten weiter "entlang der chinesischen Seite der Grenze", hieß es.

Indiens Außenministerin Sushma Swaraj hatte von einer "direkten Herausforderung unserer Sicherheit" gesprochen. In den vergangenen Wochen hätten die zwei bevölkerungsreichsten Staaten der Welt über diplomatische Kanäle ihre Anliegen und Interessen zum Ausdruck gebracht, hieß es nun aus Neu Delhi.

Quelle: n-tv.de

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