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Griechenland kann nicht gut für seien Flüchtlinge sorgen.
Griechenland kann nicht gut für seien Flüchtlinge sorgen.(Foto: dpa)

Reisepapiere für 300.000 Menschen: Griechenland droht mit Flüchtlingswelle

Mitten in der schweren Krise muss Griechenland erheblich höhere Flüchtlingszahlen verkraften. Nun droht Vize-Innenminister Panousis damit, die illegalen Immigranten einfach weiterzuschicken.

Griechenland kann nicht gut für seien Flüchtlinge sorgen.
Griechenland kann nicht gut für seien Flüchtlinge sorgen.(Foto: dpa)

Der griechische Vize-Innenminister Giannis Panousis hat damit gedroht, 300.000 bis 500.000 illegale Immigranten in andere europäische Länder weiterzuschicken. Das krisengeschüttelte Griechenland müsse bei der Versorgung der Flüchtlinge stärker von anderen EU-Ländern unterstützt werden, forderte Panousis. "Ansonsten werden wir 300.000 Immigranten Reisepapiere ausstellen und damit Europa überfluten", zitierte ihn der "Focus".

Im griechischen Rundfunk hatte Panousis auch die Zahl von 500.000 Flüchtlingen genannt, die weitergeschickt werden könnten. Das wären in etwa alle illegalen Immigranten, die sich Schätzungen zufolge derzeit in Griechenland aufhalten.

Panousis ist parteilos, steht aber dem Linksbündnis Syriza nahe. Er hatte kürzlich bereits die sogenannte Dublin-III-Verordnung zu Flüchtlingen in der EU als falsch bezeichnet. Die Regelung sieht vor, dass jeweils jenes Land für einen Flüchtling zuständig ist, in das der Asylsuchende in die EU einreist. Das heißt, dass Griechenland Flüchtlinge aus Drittstaaten nicht einfach in andere EU-Länder weiterschicken darf.

Panousis forderte, die Immigranten gleichmäßiger in Europa und vor allem auch unter Berücksichtigung der Wirtschaftskraft der einzelnen Länder zu verteilen. Griechenland steht wegen der harschen Behandlung von Flüchtlingen seit längerem in der Kritik. Vor einem Monat forderte das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR), rassistische Attacken auf Asylsuchende müssten unterbunden werden. Zudem seien die Unterkünfte für Asylsuchende völlig unzureichend. Teilweise müssten Asylsuchende sogar monatelang bis zur Bearbeitung ihres Antrags im Gefängnis sitzen. Griechenland ist 2014 mit einem Anstieg der Zahl von Flüchtlingen um 280 Prozent auf 43.500 konfrontiert worden.

Quelle: n-tv.de

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