Politik
Auf Griechenland kommen nach wie vor täglich 2000 bis 2400 Flüchtlinge an.
Auf Griechenland kommen nach wie vor täglich 2000 bis 2400 Flüchtlinge an.(Foto: dpa)

Zum Schutz der EU-Grenzen: Griechenland fordert 2000 Grenzschützer

Mehr als 68.000 Flüchtlinge sind seit Jahresbeginn über Griechenland in die EU eingereist. Um den Andrang zu stoppen, verlangt die griechische Regierung mehr Unterstützung von der EU. Den schwarzen Peter weist sie von sich.

Griechenland verlangt zur Verteidigung seiner Außengrenze zur Türkei mehr Unterstützung von der EU. Der griechische Außenminister Nikos Kotzias sagte der "Rheinischen Post" (Montagausgabe), dass Griechenland die Entsendung von 2000 Beamten und 100 Booten der Grenzschutzagentur Frontex fordere. "Es kamen bislang nur 800 Beamte."

Video

Einige Politiker versuchten, Griechenland den Schwarzen Peter zuzuschieben und Griechenland "zum Sündenbock Europas zu machen", sagte Kotzias. Täglich kämen allerdings 2000 bis 2400 Flüchtlinge über die Ägäis nach Europa.

In Griechenland kommt der Großteil aller Flüchtlinge an. Die Mehrheit konnte in den letzten Monaten ungehindert über den Balkan Richtung Österreich, Deutschland und Schweden weiterreisen. Die EU-Kommission hatte dem Land Ende Januar schwere Versäumnisse bei der Grenzkontrolle vorgeworfen, die Griechenland bis Mai beseitigen soll.

Mazedonien zeigt Verständnis für Athen

Zuletzt hatte der österreichische Außenminister Sebastian Kurz eine neue Kontroverse ausgelöst mit seiner Forderung, nicht mehr auf die Absicherung der türkisch-griechischen Grenze zu setzen. Er will stattdessen stärkere Kontrollen in Mazedonien oder Serbien einführen. Wenn es Griechenland nicht schaffe, die Außengrenze zur Türkei zu sichern, müsse dies auf dem Balkan erfolgen - "mit Slowenien, mit Kroatien, mit Serbien, mit Mazedonien", sagte Kurz am Samstag. Bei der griechischen Regierung gebe es noch immer kein Bewusstsein dafür, "wie ernst die Situation bei uns in den Zielländern ist".

Im Gegensatz dazu zeigte Mazedonien Verständnis für die Schwierigkeiten Athens, Flüchtlinge zurückzuhalten. "Es ist sehr schwer, eine Seegrenze zu verteidigen", sagte Außenminister Nikola Poposki. "Und es wird sehr kompliziert, wenn dahinter der Druck von mehr als zwei Millionen Migranten steht, die schon in der Türkei sind."

Auch im neuen Jahr hält der Flüchtlingsstrom von der Türkei nach Griechenland unvermindert an. Laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR haben seit Jahresbeginn schon mehr als 68.000 Menschen von der türkischen Ägäisküste zu den griechischen Inseln übergesetzt. Allein in den ersten sechs Februartagen kamen demnach 7521 Migranten nach Griechenland - im ganzen Februar 2015 waren es nur 2873. Mindestens 366 Menschen sollen seit Jahresbeginn auf der Überfahrt nach Griechenland ums Leben gekommen sein.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen