Politik
Herrmann Gröhe will nun in den Vorstand.
Herrmann Gröhe will nun in den Vorstand.(Foto: dpa)
Dienstag, 09. Dezember 2014

Spahn ist im CDU-Präsidium: Gröhe zieht Kandidatur zurück

Mindestens ein Drittel aller Mitglieder des CDU-Präsidiums müssen Frauen sein - so wollen es die Parteistatuten. Doch im ersten Wahlgang reicht es nicht zum Quorum: Herrmann Gröhe macht deshalb den Weg für eine Kollegin frei.

Überraschung beim CDU-Parteitag in Köln: Dem Gesundheitsexperten Jens Spahn gelang bei einer Kampfabstimmung aus dem Stand der Sprung ins Präsidium der Partei. Gesundheitsminister Hermann Gröhe trat hingegen in einem zweiten Wahlgang nicht mehr an und machte damit den Weg für die Berliner CDU-Politikerin Emine Demirbüken-Wegner frei. Für die insgesamt sieben Plätze hatte es acht Bewerber gegeben.

Jens Spahn hat es geschafft
Jens Spahn hat es geschafft(Foto: dpa)

Gröhe erzielte im ersten Durchgang das zweitschlechteste Ergebnis - hinter dem 34-jährigen Spahn. Das Schlusslicht bildete Demirbüken-Wegner, die damit nicht gewählt war. Damit war aber zugleich die vorgeschriebene Frauenquote im obersten Führungskreis nicht erreicht, so dass die Abstimmung wiederholt werden musste. Gröhe erklärte daraufhin seinen Rückzug und warb für die Wahl der Berliner Gesundheits-Staatssekretärin.

Das beste Resultat aller Beisitzer erhielt im zweiten Durchlauf die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer mit 85,16 Prozent der Stimmen. Danach folgt Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, der sich zu Beratungen in Brüssel befand, mit 84,6 Prozent der Stimmen. Desweiteren gehören der Führungsriege der Europaabgeordnete David McAllister, Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich und der Chef des Arbeitnehmerflügels, Karl-Josef Laumann, an. Spahn erhielt 66,2 Prozent der Stimmen, Demirbüken-Wegner 57,5 Prozent.

Der 34-jährige Spahn war als Kandidat der Jungen Union und der Mittelstandsvereinigung (MIT) ins Rennen geschickt worden. Der Münsteraner steht aus Sicht seiner Unterstützer für eine Erneuerung sowie eine Verjüngung der Führungsspitze. Gröhe begründete seinen Rückzug damit, dass er in seiner früheren Funktion als Generalsekretär stets dafür eingetreten sei, dass das Präsidium die gesamte Bandbreite der Gesellschaft widerspiegeln müsse. Dazu gehöre auch eine Frauenquote. Der 53-Jährige entging aber zugleich auch einer drohenden Niederlage im zweiten Wahlgang. An den Präsidiumssitzungen kann er als Bundesminister aber weiterhin teilnehmen.

Dämpfer für von der Leyen

Bundeskanzlerin Angela Merkel war mit 97,9 Prozent der Stimmen von den Delegierten als Vorsitzende bestätigt worden. Als Stellvertreter stehen ihr wie bisher die rheinland-pfälzische Landeschefin Julia Klöckner (96,4 Prozent), der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (89,1), NRW-Landeschef Armin Laschet (76,1) und der baden-württembergische Landeschef Thomas Strobl (75,2) zur Seite.

Das schlechteste Ergebnis aller Vizes bekam Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, die mit 70,5 Prozent wiedergewählt wurde. Die CDU-Politikerin gilt als eine mögliche Nachfolgerin Merkels.

Quelle: n-tv.de

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