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(Foto: picture alliance / dpa)

Brüchiger Burgfrieden aufgekündigt: Grüne: Seehofer weckt falsche Erwartungen

In wenigen Tagen beginnt die CSU-Klausur in Kreuth. Vor der Sitzung sorgt Parteichef Seehofer einmal mehr für Zündstoff in der Berliner Koalition. Das regt zunächst vor allem die SPD und die Opposition auf.

Die Forderung des CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer nach einer konkreten Obergrenze von 200.000 Flüchtlingen pro Jahr sorgt für Kritik beim Koalitionspartner SPD wie auch der Opposition. "Zahlen-Spekulationen bringen keinen weiter. Sie sind sogar kontraproduktiv. Damit weckt Seehofer bewusst falsche Erwartungen, von denen er selbst weiß, dass sie nicht einzuhalten sind", sagte Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter den "Ruhr Nachrichten".

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Seehofer hatte vor der Klausur der CSU-Bundestagsabgeordneten, die am Mittwoch in Wildbad Kreuth beginnt, seine Forderungen nach einer Obergrenze erstmals konkretisiert. Die Schwesterpartei CDU und der Koalitionspartner SPD setzen sich ebenfalls dafür ein, dass die Zahl der neu ankommenden Flüchtlinge 2016 deutlich reduziert wird, ohne dabei auf Obergrenzen zu dringen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat wiederholt deutlich gemacht, dass sie eine Obergrenze für unvereinbar mit dem Grundgesetz hält.

SPD: Arbeit in Regierung belastet

Die Obergrenze stößt auch bei der SPD auf deutlichen Widerstand. "Horst Seehofer kündigt den ohnehin brüchigen Burgfrieden der Union in der Flüchtlingspolitik auf", sagte SPD-Parteivize Thorsten Schäfer-Gümbel der "Passauer Neuen Presse". "Der Streit in der Union belaste die Arbeit der Regierung. Es mache keinen Sinn, sich über Zahlen auszulassen: "Herr Seehofer kann nicht einmal sagen, wie eine solche Obergrenze praktisch funktionieren soll. Soll das mit Waffengewalt durchgesetzt werden?", sagte er.

Die Linkspartei forderte von der großen Koalition stattdessen eine Kursänderung in der Flüchtlingspolitik. "Wichtiger als immer wieder über Obergrenzen zu schwadronieren, wäre es, dafür zu sorgen, dass die Menschen in den Flüchtlingslagern im Nahen Osten nicht hungern und frieren müssen", sagte Fraktionschefin Sahra Wagenknecht den "Ruhr Nachrichten".

Keine unbegrenzte Integrationskraft

Unterstützung erhielt Seehofer dagegen von seiner Parteifreundin Gerda Hasselfeldt. "Die Zahl ist abgeleitet von den Erfahrungen der vergangenen Jahre. Wir können nur so viele Menschen aufnehmen, wie wir sie auch gut unterbringen und integrieren können", sagte die Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag der "Passauer Neuen Presse".

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach sagte der "Bild"-: "Es ja richtig ist, dass unser Asylrecht weder eine zahlenmäßige Begrenzung noch Quoten kennt." Das bedeute allerdings "keineswegs, dass wir völlig schrankenlose Aufnahmekapazitäten und eine unbegrenzte Integrationskraft in die Gesellschaft und auf den Arbeitsmarkt hätten".

Quelle: n-tv.de

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