Mittwoch, 30. November 2011
Union und SPD geben ab: Grüne punkten noch vor Parteitag
Ein Parteitag kann die Massen beflügeln und bietet häufig genügend Rüstzeug für bevorstehende Grabenkämpfe. Die Grünen können sogar noch vor ihrem Treffen in Kiel wieder zulegen und bei ihrer Wählerschaft neues Vertrauen tanken. Ach die Linke legt zu, während Union, SPD und Piraten die Punkte hergeben. Die FDP hält sich wacker.Die Grünen haben im Wahltrend von "stern" und RTL wieder zugelegt. Der Forsa-Umfrage zufolge könnten sie derzeit mit 16 Prozent der Stimmen rechnen, zwei Prozentpunkte mehr als in der Vorwoche. Die CDU/CSU verlor einen Punkt auf nun 35 Prozent, die SPD verschlechterte sich auf 25 Prozent (ebenfalls minus ein Punkt). Die Linke konnte sich um einen Punkt auf neun Prozent verbessern.
Die Piraten sind nach ihrem Höhenflug in den Wochen nach der Berlin-Wahl weiter im Abwärtstrend und kommen noch auf sieben Prozent (minus ein Punkt). Für die FDP werden unverändert drei Prozent vorhergesagt, für die übrigen Parteien fünf Prozent.
SPD und Grünen lägen demnach mit zusammen 41 Prozent klar vor der Union, würden aber eine eigenständige Mehrheit im Bundestag deutlich verfehlen. Die einzigen rechnerisch möglichen Zwei-Parteien-Bündnisse wären demnach eine Große Koalition aus CDU/CSU und SPD oder eine Koalition von Union und Grünen.
Parteien taugen nicht als Problemlöser
In der Frage der politischen Kompetenz trauen 22 Prozent der Befragten der Union zu, mit den Problemen in Deutschland fertig werden zu können. Für die SPD stimmen in dem Fall nur 10 Prozent. Der FDP traut weiterhin niemand politische Kompetenz zu. Immerhin 62 Prozent meinen, keine Partei könne die gegenwärtigen Probleme im Land bewältigen.
Steinbrück gleichauf mit Merkel
In der sogenannten Sonntagsfrage holt ein möglicher SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück deutlich auf und liegt nun mit einer Zustimmung von 40 Prozent gleichauf mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Nur einen Punkt trennen Merkel (37) von Frank-Walter Steinmeier (36), Welten hingegen von SPD-Chef Sigmar Gabriel (51 zu 23).
Für die Umfrage befragte Forsa vom 21. bis 25. November, also noch vor dem Grünen-Parteitag vom Wochenende, 2506 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger.
ppo/AFP
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