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Zwei Prozentpunkte verlieren die Grünen bei der Sonntagsfrage. Die Kür der Spitzenkandidaten Katrin Göring-Eckardt und Jürgen Trittin brachte nur einen kurzen Aufschwung.
Zwei Prozentpunkte verlieren die Grünen bei der Sonntagsfrage. Die Kür der Spitzenkandidaten Katrin Göring-Eckardt und Jürgen Trittin brachte nur einen kurzen Aufschwung.(Foto: picture alliance / dpa)

Bonus der Kandidatenkür verpufft: Grüne sacken ab

Das Umfragehoch für die Grünen nach ihrer Spitzenkandidatenwahl ist vorläufig beendet. Bei der Forsa-Sonntagsfrage muss die Partei einen deutlichen Verlust verkraften. Dagegen gewinnen SPD, Union und die Linke diesmal dazu. Die Kellerkinder bleiben unterdessen Liberale und Piraten, die beide nicht im Bundestag vertreten wären.

Die Grünen sind weiterhin drittstärkste politische Kraft in Deutschland, müssen in dieser Woche jedoch einen kleinen Rückschlag hinnehmen. Nach den Ergebnissen der Forsa-Sonntagsfrage im Auftrag von RTL und "Stern" büßt die Partei im Vergleich zur Vorwoche zwei Prozentpunkte ein. Sie fällt von 16 auf 14 Prozent zurück. Jedoch sind die Grünen immer noch weit stärker, als bei der letzten Bundestagswahl im Jahr 2009. Damals bekamen sie 10,7 Prozent. Bewegung nach oben gibt es dagegen für drei andere Parteien.

Mit mehr als 10 Prozentpunkten Abstand zur SPD ist die Union in der Sonntagsumfrage mit 38 Prozent (+1) am beliebtesten. Damit nähern sich CDU und CSU ganz langsam dem Ziel von "40 Prozent plus x" an, das im Oktober Fraktionschef Volker Kauder formulierte. Offenbar hat der Bundesparteitag der Union und Merkels Wiederwahl zur Parteivorsitzenden mit knapp 98 Prozent bei den Wählern Eindruck hinterlassen. Nach der Forsa-Befragung trauen auch die meisten eher der Union zu, die Probleme in Deutschland zu lösen. 32 Prozent der Befragten, 4 Prozentpunkte mehr als in der Vorwoche, glauben an die Kompetenz der Union. Alle anderen Parteien krebsen hingegen zwischen 12 Prozent (SPD) und 1 Prozent (FDP). Der Großteil der Befragten (48 Prozent) traut keiner Partei zu, die aktuellen politischen Herausforderungen zu meistern.

Merkel mit Abstand am beliebtesten

Peer Steinbrück ist nun offizieller Spitzenkandidat der SPD. Bei den Wählern hat das wenig geändert.
Peer Steinbrück ist nun offizieller Spitzenkandidat der SPD. Bei den Wählern hat das wenig geändert.(Foto: picture alliance / dpa)

Nach sechs Wochen Stagnation geht es auch für die Sozialdemokraten wieder nach oben. 1 Prozentpunkt legt die älteste Volkspartei Deutschlands zu. 27 Prozent der Befragten würden ihr Kreuz nun bei der SPD machen - mögliche Stimmungsänderungen durch den Parteitag vom Wochenende berücksichtigt die Umfrage jedoch noch nicht. Die Sozialdemokraten hinken allerdings noch 3 Prozentpunkte hinter ihrem Jahresbestergebnis von 30 Prozent von Anfang Oktober her. Bei der Wahl 2009 erhielt die Partei mit Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier übrigens 23 Prozent.

Nachdem die Linke in der Vorwoche 1 Prozentpunkt verloren hat, holt sie diesen jetzt wieder auf. Sie liegt nun bei 8 Prozent und wäre damit die kleinste Fraktion im Bundestag.

Den Umfragekeller teilen sich weiter die Liberalen und die Piraten. Beide scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde mit jeweils mageren 4 Prozent. Die FDP liegt schon mehr als sechs Monate rund um diesen Wert. Zum Vergleich: 2009 räumten die Liberalen mit 14,6 Prozent ab. Die Piraten haben nun in der dritten Woche in Folge nur 4 Prozent - das ist nur ein Drittel der Zustimmung, die sie noch im Mai hatten.

Chancen auf mehr Stimmen haben die Parteien bei den Unentschlossenen und den Nichtwählern. Der Forsa-Umfrage zufolge weiß fast jeder Dritte nicht, wem er seine Stimme geben würde.

Nur jeder Vierte glaubt an Steinbrück

In der Kanzlerfrage ist Angela Merkel unangefochten die Wunschkandidatin der Wähler. Sie gewinnt sogar 1 Prozentpunkt im Vergleich zur Vorwoche hinzu und liegt nun bei 51 Prozent Zustimmung. Weit abgeschlagen liegt der nun gewählte SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück mit 26 Prozent im Direktduell hinter ihr. Kurz vor dem SPD-Parteitag am Wochenende glaubten nur 16 Prozent der befragten Bundesbürger, dass die Sozialdemokraten mit Steinbrück Chancen auf einen Regierungswechsel haben. Die eigenen Parteimitglieder sind auch eher pessimistisch - nur jeder Vierte glaubte, dass Steinbrück Merkel im nächsten September ablösen wird.

Mit dem Punktgewinn bei der Union und der Umfragedelle bei den Grünen verschieben sich die Lagermehrheiten. Rot-Grün erreicht 41 Prozent, CDU/CSU und FDP kommen zusammen auf 42 Prozent. Eine schwarz-gelbe Koalition wäre wegen des Ausscheidens der FDP aus dem Bundestag allerdings nicht möglich. Eine komfortable Mehrheit hätte dagegen ein schwarz-grünes Bündnis mit 52 Prozent oder eine Große Koalition mit 65 Prozent.

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Quelle: n-tv.de

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