Politik
Karl-Theodor zu Guttenberg liebt nach eigenen Angaben eigentlich das ruhige Leben ohne viel Aufmerksamkeit.
Karl-Theodor zu Guttenberg liebt nach eigenen Angaben eigentlich das ruhige Leben ohne viel Aufmerksamkeit.(Foto: AP)

Proteste am Dartmouth College: Guttenberg sagt Vortrag ab

Wieder ein aufsehenerregender Rückschlag für den früheren Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg: Studenten einer US-Eliteuni sammeln gegen einen Gastvortrag Guttenbergs fleißig Unterschriften. Der verzichtet auf den Vortrag. Das ist nicht der erste Vorfall dieser Art.

Seine Plagiats-Vergangenheit holt Karl-Theodor zu Guttenberg auch in den USA ein: Studenten am renommierten Dartmouth College protestierten gegen einen geplanten Vortrag Guttenbergs. Nach einem Bericht der Uni-Zeitung "The Darthmouth" verzichtete Guttenberg daraufhin auf seinen Auftritt.

Der frühere Verteidigungsminister sollte an dem College im US-Staat New Hampshire auf Einladung des Wirtschaftsnetzwerks "International Business Council" eine Vorlesung über "transatlantische Wirtschafts- und Sicherheitsbeziehungen" halten. Wegen Guttenbergs früherer Verstöße gegen die wissenschaftlichen Zitierregeln organisierte die Germanistik-Professorin Veronika Füchtner eine Online-Petition gegen den geplanten Vortrag; binnen drei Tagen unterzeichneten mehr als 100 Studenten und Dozenten.

Füchtner kritisierte Guttenberg darin vor allem dafür, dass er seine zum Teil plagiierte Dissertation als "Fehler" heruntergespielt habe. "Ich war schockiert", sagt sie. Vor allem die Tatsache, dass sich Guttenberg nie entschuldigt habe, sei sehr enttäuschend.

Der Protest zeigte Wirkung: Guttenberg sagte seinen Auftritt schließlich "aus persönlichen Gründen" ab. Bereits im Herbst hatten Studenten in Yale zu Beginn eines Vortrags von Guttenberg demonstrativ den Saal verlassen.

Guttenberg war im Zuge der Plagiatsaffäre im März 2011 von seinem Amt als Verteidigungsminister zurückgetreten. Derzeit wohnt er in den USA und arbeitet unter anderem für das Center for Strategic & International Studies zum Thema transatlantische Zusammenarbeit. Außerdem berät er die EU-Kommission in Internetfragen.

Quelle: n-tv.de

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