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"Alle müssen springen": Gysi redet über Schwarz-Dunkelrot

Derzeit ist ein Regierungsbündnis von CDU und Linken utopisch. Doch für Gregor Gysi ist das aufgrund des Erstarkens der AfD wohl in Zukunft kein Tabu mehr. Den ehemaligen Linken-Fraktionschef treibt dabei das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt um.

Mit Blick auf die unklaren Mehrheitsverhältnisse in Sachsen-Anhalt hat der frühere Fraktionschef der Linken im Bundestag, Gregor Gysi, die CDU aufgefordert, auch über ein Regierungsbündnis mit seiner Partei nachzudenken. "Die CDU muss jetzt noch nicht den Weg gehen, aber sie und die Linken müssen sich Gedanken machen, dass sie ihn eines Tages gehen müssen", sagte Gysi dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, dem mehr als 30 Tageszeitungen angehören.

Gregor Gysi fordert einheitliches Vorgehen gegen die Rechtspopulisten.
Gregor Gysi fordert einheitliches Vorgehen gegen die Rechtspopulisten.(Foto: imago/Christian Schroedter)

Die Erfolge rechtspopulistischer Parteien in Europa und in Deutschland erforderten, "dass alle springen, von der Union bis zur Linken". Wenn man diesen Trend nicht gemeinsam verhindere, "dann begehen wir historisch einen schweren Fehler", warnte der 68-Jährige.

Die Linke war bei der Wahl in Sachsen-Anhalt auf 16,3 Prozent der Stimmen abgesackt und von Platz zwei hinter die AfD auf Rang drei zurückgefallen. Linke-Spitzenkandidat Wulf Gallert kündigte daraufhin an, nicht mehr als Fraktionschef im Magdeburger Landtag zu kandidieren. In Magdeburg gilt derzeit ein Regierungsbündnis aus CDU, SPD und Grünen als einzige mögliche Option.

Seitenhieb gegen Wagenknecht

Gysi machte seine Nachfolgerin Sahra Wagenknecht für Stimmenverluste bei den Landtagswahlen mitverantwortlich. In der Flüchtlingsfrage müsse man eine klare einheitliche Position haben, sagte er der "Sächsischen Zeitung". "Und wenn dann herausragende Persönlichkeiten wie Katja Kipping und Sahra Wagenknecht unterschiedliche Positionen beziehen, dann wird es eben schwierig."

Wagenknecht hatte am Tag vor den Landtagswahlen in einem Zeitungsinterview von "Kapazitätsgrenzen und Grenzen der Aufnahmebereitschaft der Bevölkerung" gesprochen. "Es können nicht alle Flüchtlinge nach Deutschland kommen", sagte sie. Parteichefin Kipping hatte sich am Tag nach der Wahl von Wagenknecht distanziert. Die Partei lehne Obergrenzen für die Aufnahme von Flüchtlingen klar ab, sagte sie.
Die Linke hatte in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg den Einzug in die Landtage verpasst. "Die Linke braucht in bestimmten Fragen einheitliche Positionen, sonst verliert sie an beiden Seiten", sagte Gysi. "In einer solch zentralen Frage muss die Partei klar berechenbar sein."

Quelle: n-tv.de

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