Politik
Eines von vielen Gefängnissen in Syrien: Damaskus, Archivbild von 2010.
Eines von vielen Gefängnissen in Syrien: Damaskus, Archivbild von 2010.(Foto: REUTERS)
Donnerstag, 02. Januar 2014

UNO beklagt humanitäre Lage in Syrien: Häftlinge sterben an Hunger und Krankheit

Es fehlt an Essen und Medikamenten: In einem Gefängnis in Aleppo, in dem mehr als 3000 Menschen von der Regierung festgehalten werden, sterben acht Häftlinge. Humanitäre Gruppen wollen helfen. Doch der Zugang zu dem Gefängnis ist ihnen verwehrt.

In einem Gefängnis im syrischen Aleppo sind offenbar acht Häftlinge verhungert. Das berichtet die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Wie die den Rebellen nahestehende Organisation mitteilt, starben die von der Regierung festgehaltenen Insassen in den vergangenen zwei Tagen. Die in London ansässige Organisation hat humanitäre Gruppen aufgefordert, sich für einen Zugang zu dem Gefängnis einzusetzen, um Nahrungsmittel und Medikamente dorthin zu bringen. In dem Gefängnis sitzen mehr als 3000 Häftlinge ein.

Kritisch ist die Lage der Beobachtungsstelle zufolge auch in dem palästinensischen Flüchtlingslager Jarmuk im Süden der Hauptstadt Damaskus. Dort seien drei Menschen wegen Mangels an Nahrungsmitteln und Medikamenten gestorben, darunter eine Schwangere, teilt die Organisation mit. Auch die UNO hatte vor wenigen Tagen mitgeteilt, dass in Jarmuk seit September 15 Menschen verhungert seien. Das Flüchtlingslager ist derzeit von der syrischen Armee eingeschlossen, und die UNO hat keinen Zugang.

Kein Zugang zu umzingelten Gebieten

Die Leiterin der humanitären Einsätze der UNO, Valerie Amos, beklagte in New York den fehlenden Zugang zu zahlreichen eingeschlossenen Syrern. Besonders Jarmuk sei eines der Gebiete, um das sich die UNO bislang vergeblich bemüht habe, sagte Amos. Bei den drängendsten Problemen im syrischen Bürgerkrieg, etwa dem Schutz von Zivilisten und der Entwaffnung von Schulen und Krankenhäusern, gebe es kaum Fortschritte. Gleichwohl hätten sich einige Verwaltungsprobleme gebessert, zum Beispiel die Verteilung von Visa an ausländisches Hilfspersonal.

In Syrien herrscht ein Bürgerkrieg, dem im März 2011 Proteste gegen die Regierung vorausgegangen waren. Schätzungen der UNO zufolge sitzen derzeit 2,5 Millionen Menschen in Gebieten fest, zu denen Hilfsorganisationen keinen Zugang haben. Insgesamt 9,5 Millionen Menschen in Syrien benötigen humanitäre Hilfe.

Quelle: n-tv.de

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