Mittwoch, 21. September 2011
Schwarz-Gelb bröckelt weiter: Hälfte sieht vorzeitiges Aus
Bei einer vorgezogenen Bundestagswahl könnten SPD und Grüne mit einer komfortablen Mehrheit rechnen. Selbst Anhänger von Union und FDP zweifeln am Durchhaltevermögen von Schwarz-Gelb, wie der neueste "Stern-RTL-Wahltrend" ergibt. Die Spekulationen von FDP-Chef Rösler über eine "geordnete Insolvenz" Griechenlands lassen seine Partei weiter fallen.Die kriselnde FDP profitiert nicht von euroskeptischen Äußerungen aus der Parteispitze und fällt in der Wählergunst auf 3 Prozent. Wie das Institut Forsa zu seiner aktuellen Befragung für "Stern" und RTL weiter mitteilte, haben die Spekulationen von FDP-Chef Philipp Rösler über eine "geordnete Insolvenz" Griechenlands seiner Partei eher geschadet: Die Liberalen büßen einen Punkt ein.
Im "Stern-RTL-Wahltrend" können allein die Grünen Zugewinne verzeichnen (plus 1 Punkt auf 20 Prozent). Die SPD verliert einen Punkt auf 28 Prozent. Keine Veränderung ergab sich bei der Union (31 Prozent) sowie bei der Linken (9 Prozent). Das Regierungslager aus Union und Freidemokraten liegt zusammen mit 34 Prozent jetzt 14 Prozentpunkte hinter einem rot-grünen Bündnis (48 Prozent).
Laut Forsa erwartet lediglich gut die Hälfte (54 Prozent) der Bundesbürger, dass die Regierung von CDU, CSU und FDP bis zur Bundestagswahl im Herbst 2013 durchhält. Sogar bei den eigenen Anhängern ist die Skepsis groß: 33 Prozent der Unionswähler gehen von einem vorzeitigem Koalitions-Ende aus, bei der FDP sind es 37 Prozent.
Bundesbürger wollen Neuwahl
Nach einer weiteren Forsa-Umfrage für den "Stern" sind 83 Prozent der Bundesbürger mit der Zusammenarbeit der Koalition unzufrieden. Auch bei nur 17 Prozent der Unions-Wähler findet die schwarz-gelbe Teamarbeit Beifall, unter den FDP-Anhängern sind gerade mal 11 Prozent.
Auch die Streitigkeiten in der Koalition über die Sicherung der Euro-Stabilität und die Wirtschaftspolitik schlagen sich laut Forsa in schlechten Werten nieder. Zwei Drittel der Befragten sind mit den Leistungen auf diesen beiden Feldern unzufrieden. Sollte es zu einem Bruch der schwarz-gelben Koalition kommen, wünschen sich 70 Prozent der Bürger eine Neuwahl.
dpa
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