Sonntag, 28. Februar 2010
Mord in Dubai: Hamas-Mann wurde erstickt
Der in Dubai getötete Hamas-Funktionärs Mahmud al-Mabhuh wurde von seinen Mördern erst mit Medikamenten ruhiggestellt und dann erstickt. Die britische Polizei befragt derzeit in Israel Menschen, unter deren Namen die Mörder mit falschen Pässen gereist waren.
Mahmud al-Mabhuh wurde von seinen Mördern erstickt.
(Foto: dpa)
Die Mörder des in Dubai getöteten Hamas-Funktionärs Mahmud al-Mabhuh haben ihr Opfer erst mit Medikamenten ruhiggestellt und dann erstickt. Das Killer-Kommando habe diese Vorgehensweise gewählt, um den Mord zu verschleiern, sagte ein Polizeisprecher in Dubai. Sie hätten wohl versucht, den Eindruck zu erwecken, al-Mabhuh sei eines natürlichen Todes gestorben.
Die Gerichtsmedizin habe im Körper des Getöteten beachtliche Mengen des Wirkstoffes Succinylcholin gefunden, sagte der Polizeisprecher. Der Wirkstoff wird in Krankenhäusern unter anderem als Muskelentspanner während chirurgischer Eingriffe benutzt.
Al-Mabhuh, der für die radikal-islamische Palästinenserbewegung Hamas Waffen beschaffte, war am 19. Januar in einem Luxus-Hotel in Dubai ermordet worden. Die Polizei geht davon aus, das an dem Komplott zur Ermordung des Palästinensers mindestens 26 Menschen beteiligt waren, die im Auftrag des israelischen Geheimdienstes Mossad handelten.
Der Fall belastet das Verhältnis zwischen Israel und der EU. Mehrere mutmaßliche Täter, die von der Polizei identifiziert wurden, hatten sich Pässe europäischer Staaten erschlichen. Die britische Polizei befragt derzeit in Israel Menschen, unter deren Namen die Mörder mit falschen Pässen gereist waren. Dubai rief den Mossad auf, die Beteiligung an dem Mord zuzugeben, oder klar zu dementieren. Bisher hatte Israel stets erklärt, es gebe "keinen Beweis" für eine Verwicklung des israelischen Geheimdienstes.
dpa
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