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Politik

Donnerstag, 10. August 2006

Flugsicherheit verschärft: Handgepäck verboten

Nach den vereitelten Anschlägen auf Transatlantikflüge ist es zu chaotischen Zuständen im internationalen Flugbetrieb von und nach London gekommen. Weltweit wurden die Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Zehntausende Passagiere saßen auf Flughäfen fest. Allein im Vereinigten Königreich waren nach offiziellen Angaben rund 400.000 Menschen von dem Chaos betroffen. Die britische Fluglinie British Airways musste mehr als 360 Flüge absagen, die Lufthansa strich mehr als 20. Der Billigflieger easyJet musste nach eigenen Angaben rund 300 Flüge streichen. Auf dem Londoner Großflughafen Heathrow sowie vielen anderen Airports wurden die Personenkontrollen dramatisch verschärft. Die Mitnahme von Handgepäck wurde mancherorts völlig verboten.

In London-Heathrow, Europas größtem Luftdrehkreuz, bildeten sich vor den Abfertigungsschaltern angesichts verschärfter Sicherheitsvorkehrungen lange Schlangen. Auch in Frankfurt und anderen Großflughäfen mussten Passagiere lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Die Aktien vieler großer Fluggesellschaften reagierten mit deutlichen Kursverlusten auf die Turbulenzen durch die Terrorwarnung.

Normalisierung in Heathrow

Am Abend normalisierte sich die Lage in Heathrow trotz des Terroralarms langsam wieder. Auf dem Großflughafen im Südwesten der britischen Hauptstadt durften Maschinen, die auf Kurz- und Mittelstrecken unterwegs sind, wieder starten und landen. Auch die Lufthansa fliegt Heathrow wieder an. Bei Langstreckenflügen in die USA und zu anderen außereuropäischen Zielen mussten die Passagiere jedoch weiterhin mit erheblichen Wartezeiten rechnen. Auf dem Flughafen sitzen mehrere tausend Menschen fest.

British Airways (BA) erklärte, insgesamt seien rund 22.000 Fluggäste durch Streichungen und Verspätungen betroffen. Die Flugtickets sollen auf andere Tage umgeschrieben werden.

Kein Handgepäck mehr in BA-Maschinen

BA verbot auf sämtlichen in Großbritannien startenden Flügen jegliches Handgepäck. Auch elektrische oder batteriebetriebene Geräte einschließlich Mobiltelefonen und tragbarer Computer durften nicht mitgenommen werden. Die BA untersagte ferner die Mitnahme von Flüssigkeiten wie Getränke, Sonnenmilch, Zahnpasta, Shampoos, Cremes oder Haargel.

Ausgenommen vom Handgepäckverbot sind wichtige persönliche Gegenstände, wie Geldbörsen, Reisedokumente, verordnete Medikamente, Säuglingsnahrung und Hygieneartikel. Sie müssen von den Passagieren in einer durchsichtigen Plastiktüte bei sich getragen werden.

Der Terror-Experte Paul Beaver sagte, das Handgepäck sei eine Schwachstelle im Sicherheitskonzept an Flughäfen: "Schon ein Laptop kann genug Sprengstoff enthalten, um ein Flugzeug in die Luft zu sprengen."

Die neuen Regelungen sehen zudem vor, dass künftig alle Passagiere vom Sicherheitspersonal abgetastet werden. Sämtliche Schuhe und mitgeführten Gegenstände werden mit Röntgengeräten durchleuchtet. Bei Flügen in die USA gibt es eine zusätzliche Sicherheitskontrolle am Flugsteig.

Verschärfte Sicherheit für Flüge in die USA

Ab sofort gelten verschärfte Sicherheitsvorkehrungen für Flüge von Deutschland in die USA. Wie die Deutsche Lufthansa unter Verweis auf eine Anordnung des Bundesinnenministeriums erklärte, ist es ab sofort verboten, Flüssigkeiten und Gels im Handgepäck in den Flieger mitzunehmen. Nach Angaben von Deutschlands größter Fluggesellschaft zählen dazu Getränke, Sonnenmilch, Zahnpasta, Shampoos, Cremes und Haargel sowie Flüssigkeiten ähnlicher Konsistenz. Fluggäste dürften allerdings noch Babynahrung und -milch mitnehmen, wenn ein Kleinkind mit ihnen reist. Erlaubt seien auch dringend notwendige Medikamente.

Die Lufthansa rät Fluggästen, wegen dieser Regelungen das Handgepäck auf das unbedingt notwendige Maß zu begrenzen und frühzeitig am Flughafen zu sein. Die Bundesregierung habe mit dem Verbot eine Auflage der amerikanischen Heimatschutzbehörde umgesetzt.

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