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Politik

Dienstag, 16. November 2010

Ein-Euro-Jobs als Konkurrenz: Handwerk läuft Sturm

Ein Arbeitsmarktinstrument, mit dem nicht geförderten Unternehmen Konkurrenz gemacht wird, das ist nicht im Sinne des Erfinders. Genau so beschreibt aber ein interner BA-Bericht die Wirkung von Ein-Euro-Jobs. Das Handwerk will die Arbeitsmaßnahmen deshalb abschaffen.
Vor allem im Bauhandwerk fürchten kleine Unternehmen Verdrängung.

Vor allem im Bauhandwerk fürchten kleine Unternehmen Verdrängung.

Das Handwerk hat eine Abschaffung der Ein-Euro-Jobs gefordert. "Geförderte Arbeit konkurriert mit regulär arbeitenden Unternehmen und schafft damit mehr Arbeitslosigkeit", sagte Handwerkspräsident Otto Kentzler der " Welt". "Immer wieder werden Ein-Euro-Jobs zur Durchführung handwerklicher Tätigkeiten genutzt ­ auch wenn dies eigentlich verboten ist", klagte er. So entgingen dem Handwerk Aufträge und Arbeit. "In Zeiten eines sich verschärfenden Fachkräftemangels muss der jahrzehntelange Irrweg, Langzeitarbeitslosigkeit mit künstlicher Beschäftigung bekämpfen zu wollen, endlich verlassen werden", forderte er.

Die Kommunen stellten sich dagegen hinter die öffentlich geförderte Beschäftigung. Generalkritik an den Ein-Euro-Jobs sei nicht gerechtfertigt, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, dem Blatt. Viele der 320 000 Betroffenen seien froh, wenigstens vorübergehend eine Beschäftigung zu haben, die entlohnt wird. "Das gibt Selbstwertgefühl, selbst dann, wenn dadurch nicht unmittelbar der Weg in den ersten Arbeitsmarkt gefunden wird."

Nach jahrelanger Kritik am angeblichen Missbrauch von Ein-Euro-Jobs hatte die Bundesagentur für Arbeit zuvor angekündigt, die Jobcenter künftig stärker in die Pflicht nehmen zu wollen. Beiräte sollen von 2011 an flächendeckend die Vergabe sogenannter Arbeitsgelegenheiten überwachen.

dpa

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