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Die Flüchtlinge dürften während ihrer Ausbildung und in den zwei Jahren danach nicht ausgewiesen werden, fordert der Handwerkspräsident.
Die Flüchtlinge dürften während ihrer Ausbildung und in den zwei Jahren danach nicht ausgewiesen werden, fordert der Handwerkspräsident.(Foto: picture alliance / dpa)

"Gesellschaft muss sich einsetzen": Handwerk will Flüchtlinge ausbilden

Die deutschen Handwerksbetriebe wollen in Zukunft junge Flüchtlinge ausbilden. Dafür verlangen die Firmen jedoch eine rechtliche Sicherheit von Seiten der Politik. Denn die Zuwanderer könnten ein altes Problem der Firmen lösen.

Das deutsche Handwerk ist zur Ausbildung junger Flüchtlinge bereit, verlangt dafür aber einen sicheren rechtlichen Rahmen. "Die Gesellschaft muss sich für die vielen jungen Menschen einsetzen, die durch Krieg und Vertreibung zu uns kommen. Das Handwerk ist bereit dazu", sagte Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer der "Rheinischen Post".

"Die Betriebe wünschen sich jedoch einen belastbaren Rechtsrahmen, denn sie gehen mit der Ausbildung auch ein Kostenrisiko ein", sagte der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Für das Handwerk könnte sich dadurch außerdem ein altes Nachwuchsproblem lösen. Denn in Deutschland finden die Firmen schon lange nicht mehr genug qualifizierte Bewerber.

Nach seinen Angaben erwarten die Unternehmen, dass junge Flüchtlinge während der dreijährigen Ausbildungszeit nicht ausgewiesen werden und möglichst auch weitere zwei Jahre in Deutschland arbeiten können. Der Bundestag hatte vor kurzem beschlossen, jugendliche Flüchtlinge, die einen Ausbildungsplatz haben, zunächst für ein Jahr zu dulden, unabhängig davon, ob sie asylberechtigt sind oder nicht. Die Duldung soll in jedem weiteren Jahr überprüft werden. Diese Regelung gilt nicht für junge Flüchtlinge, die bereits älter als 21 Jahre sind. "Viele junge Flüchtlinge, die eine Ausbildung beginnen wollen, sind aber schon 22 oder älter, weil sie durch den Krieg wichtige Jahre verloren haben", sagte Wollseifer.

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka sagte dazu der "Neuen Passauer Presse": "Wir haben gerade erst ein Gesetz verabschiedet, das klarstellt, dass Flüchtlinge so lange geduldet werden können, wie sie sich in der Ausbildung befinden. Es muss also niemand Sorgen haben, dass ein Azubi abgeschoben wird." Flüchtlinge, die jetzt nach Deutschland kämen und erfolgreich eine Ausbildung absolvierten, hätten eine gute Chance zu bleiben, so die die CDU-Politikerin. "Und wir haben die Chancen für Flüchtlinge an vielen Stellen verbessert - von der Anerkennung ihrer Berufsabschlüsse bis hin zu schnelleren Arbeitsmöglichkeiten."

Quelle: n-tv.de

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