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Polizisten erschossen den Angreifer vor einer Pariser Wache. Er trug eine Sprengstoffgürtel-Attrappe.
Polizisten erschossen den Angreifer vor einer Pariser Wache. Er trug eine Sprengstoffgürtel-Attrappe.(Foto: imago/ZUMA Press)

Nach Attacke auf Pariser Polizei: Handy führt Ermittler nach Deutschland

Einen Tag nach dem vereitelten Anschlag auf eine Polizeiwache in Paris kommen weitere Details über den Angreifer ans Licht: Auf dem Handy, das er bei sich trug, fanden Ermittler offenbar SMS in deutscher Sprache. Auch eine deutsche SIM wurde gefunden.

Der Mann, der am Jahrestag der Anschläge auf die Satire-Zeitschrift "Charlie Hebdo" vor einer Pariser Polizeiwache erschossen wurde, hatte offenbar eine deutsche Sim-Karte im Handy. Das sagte der für Terrorismus zuständige Staatsanwalt François Molins in einem Interview mit dem Radiosender France Inter. Bereits am Donnerstag hatten Ermittler laut dem Sender BFM TV bestätigt, dass auf dem Handy sowohl SMS-Nachrichten in deutscher, als auch arabischer Sprache gefunden worden waren. Ob der Mann Kontakte zu jemandem in Deutschland hatte - und welcher Art diese waren, ist bisher völlig unklar.

Die Attacke endete für den Mann tödlich.
Die Attacke endete für den Mann tödlich.(Foto: REUTERS)

Nach Angaben Molins ist die Identität des Mannes noch nicht abschließend geklärt. Wie mehrere französische Medien unter Berufung auf Ermittlerkreise berichteten, soll es sich aber bei dem Angreifer um einen Kleinkriminellen mit marokkanischen Wurzeln names Sallah Ali handeln, der 1995 in Casablanca geboren wurde. Er war bereits wegen Diebstahldelikten polizeibekannt. Im Interview mit France Inter wollte Molins diese Angaben jedoch nicht bestätigen. Er sagte lediglich, die Identität des Mannes sei noch nicht abschließend geklärt.

Herkunft des Angreifers gibt Rätsel auf

Bei einer Kontrolle vor einigen Monaten hatte sich der Angreifer als Marokkaner ausgegeben. Molins sagte aber, er sei überhaupt nicht sicher, dass diese Angaben korrekt sind. In einem Dokument, das bei dem Leiche gefunden wurde, gebe er sich als Tunesier aus. Er hatte eine Abbildung der Flagge der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und ein Bekenntnis zu deren Anführer Abu Bakr al-Baghdadi bei sich. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen Mordversuchs und Terrorismus.

Der Angreifer war am Donnerstag vor einer Wache im 18. Arrondissement in Paris auf zwei Polizisten zugelaufen und hatte ein Schlachterbeil gezogen. Als die Beamten ihn aufforderten, zu verschwinden, habe er laut Augenzeugenberichten die Hände gehoben, sei dann aber weiter auf sie zugelaufen. Daraufhin hatten die Polizisten vier Schüsse abgefeuert.

Quelle: n-tv.de

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