Politik

Tagelang vor Lageso angestanden: Helfer: Syrischer Flüchtling stirbt in Berlin

In Berlin ist nach Angaben einer Freiwilligenorganisation ein syrischer Flüchtling auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben. Der Mann soll trotz starker Krankheitssymptome seit Tagen vor dem Lageso gewartet haben.

Ein 24 Jahre alter Flüchtling in Berlin ist nach Angaben des Bündnisses "Moabit hilft" in der Nacht gestorben. Zuvor habe der Mann tagelang vor dem Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) angestanden. Ein Helfer habe den stark fiebernden Mann am Dienstagabend zu sich nach Hause genommen, sagte eine Sprecherin des Bündnisses.

Wegen seines schlechten Zustandes sei der Mann von einem Krankenwagen abgeholt worden. Auf dem Weg habe er einen Herzstillstand erlitten - im Krankenhaus habe nur noch der Tod festgestellt werden können. Unklar ist, ob der Mann womöglich Vorerkrankungen hatte.

Eine Sprecherin von "Moabit hilft" sagte dem "Tagesspiegel": "Wir kannten den jungen Mann seit Wochen. Er hatte kein Geld für Essen, stand immer an vor dem Lageso, hat dort übernachtet." In den vergangenen Tagen habe er "ausgezehrt" ausgesehen, "er wurde krank", sagte die Sprecherin.

Eine offizielle Bestätigung des Falles gibt es bislang nicht. Die Berliner Polizei prüfe den Fall, sagte eine Sprecherin. Auch die Senatsverwaltung für Soziales kann noch keine Angaben machen. Dem "Tagesspiegel" teilte die Behörde mit, man versuche, sich einen Überblick zu verschaffen, was in der Nacht geschehen ist.

Das Lageso ist seit Monaten Symbol für Berlins Problemen bei der Registrierung und Versorgung von Flüchtlingen. Vor der Behörde warteten Tag und Nacht teils Hunderte Neuankömmlinge vergeblich auf die Bearbeitung ihrer Anträge. Wiederholt waren Flüchtlinge ohne jede Unterkunft geblieben, Unterbringungsbetreiber wurden zum Teil nicht bezahlt. Auch stand die Vergabepraxis von Aufträgen für Flüchtlingsunterkünfte mehrfach im Konflikt mit gesetzlichen Vorschriften.

Quelle: n-tv.de

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