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Politik

Samstag, 19. Dezember 2009

Neuer Primas von Polen: Henryk Muszynski berufen

Der 76-jährige Erzbischof und Metropolit von Gnesen tritt bei einem feierlichen Gottesdienst im dortigen Dom sein Amt an.
Henryk Muszynski

Henryk Muszynski
(Foto: dpa)

Das Oberhaupt der katholischen Kirche Polens sprach sich dafür aus, das Kreuz als christliches Symbol in der Öffentlichkeit zeigen zu dürfen. Muszynski kritisierte das kürzliche Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte gegen das Kreuz in einer italienischen Schulklasse. Dieses Urteil habe wehgetan und Proteste ausgelöst bei jenen, die das Kreuz als ein Zeichen des Glaubens betrachteten.

Jozef Glemp

Jozef Glemp
(Foto: dpa)

Muszynskis Vorgänger, Kardinal Jozef Glemp, hatte an seinem 80. Geburtstag am Freitag das Primas-Amt nach 28 Jahren niedergelegt. Der neue Primas gilt als ein Verfechter der deutsch-polnischen Versöhnung sowie des Dialogs zwischen Juden und Christen. Er setzte sich für Polens Beitritt zur EU ein.

Muszynski besitzt unter anderem den Ehrendoktorhut der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn sowie hohe deutsche Staatsorden. Der polnische Primas hatte in der Nachkriegszeit der kommunistischen Diktatur über starke Kompetenzen verfügt. Nach dem demokratischen Umbruch von 1989 wurde sein Machtbereich vom Vatikan eingeschränkt. Der Primastitel hat nun vielmehr eine symbolische und moralische Bedeutung

dpa

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