Montag, 28. September 2009
"Liberal statt sozial": Hildebrandt entsetzt
Der Kabarettist Dieter Hildebrandt hat sich besorgt über die künftige deutsche Politik in einer schwarz- gelben Koalition geäußert. "Ich bin entsetzt, dass das so ausgegangen ist", sagte Hildebrandt. Insbesondere der Erfolg der FDP und der tiefe Sturz der SPD ließen künftig soziale Kälte befürchten. Der Wahlausgang zeige, "dass sich ein Teil der Bevölkerung voll auf die Liberalisierung geworfen hat, nämlich auf das Geld", sagte der 82-Jährige. Nun gelte "liberal statt sozial" in Deutschland.
Die SPD muss sich wieder auf ihre sozialen Wurzeln besinnen, meint Hildebrandt.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
FDP-Chef Guido Westerwelle stehe für den Markt und soziale Kälte. "Vielleicht macht er eine gute Figur, aber keine gute Politik", sagte Hildebrandt. Er traue Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht zu, sich gegen die politischen Forderungen der Liberalen als neuem Koalitionspartner mit sozialerer Politik durchzusetzen. Gleichwohl sei sie merkwürdigerweise jetzt die einzige Hoffnung.
Aus seiner Sicht ist es mit den drastischen Stimmenverlusten der SPD zu einem "Knacks" der deutschen Sozialpolitik gekommen. "Und ich bin auch entsetzt, dass das scheinbar gestern abend noch gar keiner wirklich gemerkt hat." Für Kabarettisten, die ein wenig mitdenken mit der Politik, sei der Sonntag "ein schwerer Tag" gewesen. Einen Mitleidsbonus erhält die SPD bei dem politischen Kabarettisten jedoch nicht - sie müsse sich ihren Fehlern stellen und umkehren.
dpa
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