Politik
Diese alte MiG 21 soll nach offiziellen Angaben aus Kuba eine Reparatur in Nordkorea nötig gehabt haben.
Diese alte MiG 21 soll nach offiziellen Angaben aus Kuba eine Reparatur in Nordkorea nötig gehabt haben.(Foto: REUTERS)

Nordkorea sollte Jets für Kuba instandsetzen: Hinter dem Zucker waren alte Sowjet-MiGs

Alles ganz harmlos, beteuert Kuba: Bei den Waffenteilen, die in einem nordkoreanischen Frachter vor Panama gefunden wurden, handelt es sich um einen Reparaturauftrag. Wie jetzt bekannt wird, waren in den Containern hinter Zucker auch zwei Kampfjets aus Sowjetzeiten versteckt.

Panamas Behörden haben an Bord des in Kuba ausgelaufenen und wenig später aufgebrachten nordkoreanischen Frachters zwei Kampfflugzeuge aus Sowjet-Zeiten entdeckt. Neben den beiden MiG-21-Überschalljets seien versteckt zwischen Zuckerladungen auch Batterien für Flugabwehrraketen und andere Waffenteile auf dem Schiff entdeckt worden, sagte Panamas Präsident Ricardo Martinelli. Der Frachter wird derzeit im Hafen von Manzanillo inspiziert. Demnach waren die Flugkörper zuvor "in Benutzung gewesen, da sie Treibstoff enthielten".

Der Frachter "Chong Chon Gang" war vor anderthalb Wochen im Panamakanal gestoppt und samt der 35-köpfigen Crew festgesetzt worden. Die mit Pjöngjang verbündete kubanische Regierung erklärte später, der nordkoreanische Frachter habe "veraltete" Waffen aus ihrem Land an Bord. Die Kampfmittel aus sowjetischer Produktion, darunter Raketen sowie die nun entdeckten Kampfjets, sollten in Nordkorea repariert und zurück nach Kuba gebracht werden, erklärte Havanna. Nordkorea forderte seinerseits Panama zur Freigabe des aufgebrachten Schiffes auf.

Noch ist unklar, ob die Ladung gegen das Waffenembargo gegen Pjöngjang verstößt. Das wollen UN-Inspektoren erst am 5. August prüfen. Der UN-Sicherheitsrat hatte das Land wegen seines umstrittenen Atomprogramms mehrfach mit Sanktionen belegt.

Gespräche über Kaesong wieder aufgenommen

Die Nachricht platzte direkt in die aktuellen Gespräche zwischen Süd- und Nordkorea über die Wiedereröffnung des seit Monaten geschlossenen Industriegebiets Kaesong. Die fünfte Verhandlungsrunde fand erneut in der symbolisch bedeutsamen Industriezone statt, die auf nordkoreanischem Territorium rund zehn Kilometer von der schwer gesicherten Grenze entfernt liegt.

Pjöngjang hatte im April aus dem Industriegebiet, in dem seit 2004 rund 53.000 Nordkoreaner in 123 südkoreanischen Fabriken arbeiteten, alle seine Beschäftigten abgezogen. Grund war ein gemeinsames Militärmanöver Südkoreas mit den US-Streitkräften. Im Mai war Seoul seinerseits gezwungen, die südkoreanischen Manager aus dem Gebiet abzuziehen.

Bei einem Treffen Anfang Juli einigten sich beide Länder im Grundsatz darauf, das Gebiet wieder zu öffnen, doch gab es seitdem kaum Fortschritte.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Video-Empfehlungen
Empfehlungen