Mittwoch, 02. Juli 2008
Austausch mit Israel: Hisbollah stimmt zu
Die libanesische Hisbollah-Miliz hat einem geplanten Austausch von Gefangenen mit Israel zugestimmt. "Ich erkläre hiermit unser Einverständnis mit dem Austausch", sagte Milizenführer Scheich Hassan Nasrallah in Beirut. Nasrallah erwartete den Austausch "um den 15. Juli" herum. "Das Ganze wird dann einige Tage dauern", sagte Nasrallah. Von israelischer Seite gab es dazu noch keine offizielle Stellungnahme.
Israel und die Hisbollah hatten den geplanten Austausch unter Vermittlung der Vereinten Nationen ausgehandelt. "Die Vermittlung kam durch die Vereinten Nationen und nicht durch Deutschland zustande, aber der von den UN beauftragte Vermittler ist ein Deutscher", präzisierte Nasrallah. Die Gespräche über den geplanten Gefangenenaustausch dauerten nach Nasrallahs Worten "mehr als ein Jahr".
Leichen gegen Leichen
Zur Vereinbarung gehöre aus Sicht der Hisbollah neben dem Austausch von Gefangenen auch die Übergabe von rund 200 Leichen von Hisbollah-Kämpfern. "Einige von ihnen sind schon während der israelischen Invasion im Libanon 1982 gefallen, nicht erst beim jüngsten Krieg 2006", sagte Nasrallah. Die Hisbollah erwartete auch Informationen über den Verbleib von vier iranischen Diplomaten, die während des Kriegs 1982 unter noch ungeklärten Umständen verschwunden waren.
Der deutsche Vermittler Gerhard Conrad hat der israelischen Regierung am Montag nach offiziell unbestätigten Angaben einen Bericht über den Tod eines seit zwei Jahrzehnten vermissten Luftwaffen-Offiziers übergeben. Dies galt als erster Schritt für den weiteren Häftlings- und Leichenaustausch. Nach Berichten israelischer Medien soll ein Unterhändler Israels in den kommenden Tagen nach Berlin reisen, um dort ein Dokument über den Austausch zu unterzeichnen.
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