Politik

Pauli als "Zweitstimmen-Königin"Hohlmeier nicht im Landtag

29.09.2008, 16:23 Uhr

Bayerns frühere Kultusministerin Hohlmeier (CSU) hat den Sprung in den neuen Münchner Landtag nicht geschafft. Mehr Glück hat dagegen offenbar die frühere CSU-Rebellin Pauli.

Bayerns frühere Kultusministerin Monika Hohlmeier (CSU) hat den Sprung in den neuen Münchner Landtag nicht geschafft. "Es gibt kein Listenmandat mehr für Oberbayern", zitierte die Münchner "Abendzeitung" die CSU-Politikerin, die bei der Bayern-Wahl am Sonntag lediglich auf Platz zehn der oberbayerischen CSU-Liste und nicht als Direktkandidatin in einem Stimmkreis angetreten war.

Die 46-jährige Hohlmeier, Tochter des früheren CSU-Chefs und bayerischen Ministerpräsidenten Franz-Josef Strauß, gehörte seit 1990 dem bayerischen Landtag an. Im Oktober 1998 wurde sie Staatsministerin für Unterricht und Kultus; wegen der Wahlfälscheraffäre der Münchner CSU trat sie im April 2005 als Ministerin zurück.

Pauli liegt vorn

Die frühere CSU-Rebellin Gabriele Pauli wird dagegen möglicherweise für die Freien Wähler (FW) in den bayerischen Landtag einziehen. Nach Auszählung von fünf der zwölf mittelfränkischen Stimmkreise entfielen auf Pauli nach Angaben des Landeswahlleiters vom Montag schon mehr als 19.000 Zweitstimmen. Die 51-Jährige lag damit weit vor allen anderen Kandidaten der FW-Bezirksliste. Auf die Freien Wähler in Mittelfranken entfallen zwei Landtagsmandate.

Pauli kandidierte auf der Liste lediglich auf Platz acht, erwies sich jedoch in allen ausgezählten Stimmkreisen als "Zweitstimmen-Königin". Als Fürther Landrätin löste sie mit Kritik am damaligen Partei- und Regierungschef Edmund Stoiber die CSU-Führungskrise aus, die im Rückzug Stoibers von seinen Ämtern gipfelte. Sie kandidierte daraufhin im vergangenen Jahr selbst für den Parteivorsitz, war aber chancenlos. Wenig später trat Pauli aus der CSU aus.