Politik

Bilder aus dem Bürgerkrieg: Homs ist nur noch ein Gerippe

Einst zählte die syrische Stadt Homs eine Million Einwohner. Das Drohnen-Video eines russischen Kamerateams zeigt: Nach fünf Jahren des Bürgerkriegs ist die frühere Rebellenhochburg nur noch Schutt. Selbst wer dort noch lebt, ist nicht mehr heil.

Die Straßen sind braun vor Schutt und Staub, die Häuser nur mehr Gerippe aus grauen Betonfetzen und verbogenen, rostroten Stahlträgern. Wären da nicht die drei Jungen, die durch das Skelett einer Stadt irren, würde die Szenerie vollends leblos wirken.

Wieder einmal erweckt ein Drohnen-Video des Russen Alexander Pushin Aufmerksamkeit im Netz. Der Kameramann des russischen Staatsfernsehens, der sich mit seinem Unternehmen "Russiaworks" auf spektakuläre Luftaufnahmen spezialisiert hat, zeigt, was von Homs nach fünf Jahren des syrischen Bürgerkriegs übrig geblieben ist. Der Name des Clips: "Homs After War" - obwohl der Krieg in Syrien noch überhaupt gar nicht vorbei ist.

Homs ist nicht irgendeine Stadt. Im Frühjahr 2011 zählte sie zu den ersten, in denen sich die Menschen gegen Machthaber Baschar al-Assad erhoben. Lange war sie eine Hochburg der Opposition im Land. Damals zählte sie auch noch eine Millionen Einwohner. Im Dezember allerdings gaben die Rebellen dieses Schlachtfeld endgültig auf. Sie haben sich damals mit dem Regime darauf geeinigt, die Stadt bis Ende Januar zu verlassen. Gebombt wird trotzdem noch: Vor kaum zwei Wochen unternahmen Anhänger des sogenannten Islamischen Staats (IS) einen verheerenden Selbstmordanschlag, der mehr als 20 Menschenleben kostete.

Wer sich Homs aus Alexander Pushins erhobener Perspektive anschaut, fragt sich: Worum wird da eigentlich noch gekämpft? Fast alles, was das Weitwinkelobjektiv in seiner Drohne einfängt, ist zerstört. Nur hier und dort blieb eine Moschee verschont. Einsam rollt ein Moped über einen Kreisverkehr, dort ein Auto. Und da sind natürlich diese drei Jungs. Heil geblieben sind aber auch sie nicht. Statt in die Kamera zu winken, wie es Kinder wohl hierzulande tun würden, salutieren sie.

Quelle: n-tv.de

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