Politik
Razzia gegen Reichsbürger im Februar 2017.
Razzia gegen Reichsbürger im Februar 2017.(Foto: imago/ZUMA Press)
Samstag, 09. September 2017

Staatsfeindliche Bewegung: Hunderte "Reichsbürger" besitzen Waffe

Im Oktober schießt ein hoch gerüsteter "Reichsbürger" auf ein SEK-Kommando und tötet einen Polizisten. Eine Umfrage unter Innenministerien zeigt: Er ist längst nicht der einzige "Reichsbürger", der im Besitz von Waffen ist.

Seit den tödlichen Schüssen eines sogenannten "Reichsbürgers" auf einen Polizisten sind nach einem Zeitungsbericht 220 Mitgliedern der staatsfeindlichen Bewegung die Waffen-Genehmigungen entzogen worden. Die Tat hatte sich im vergangenen Oktober in Bayern ereignet. Rund 850 den Behörden bekannte "Reichsbürger" besäßen weiter eine Waffe, berichteten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe unter Berufung auf eine Umfrage bei den Länder-Innenministerien.

In mindestens 176 Fällen werde der Entzug durch die Waffenbehörden derzeit geprüft. Die Zahlen beziehen sich auf den Zeitraum von Oktober bis Juni dieses Jahres. Hessen gab den Angaben zufolge keine Auskunft. Die meisten Genehmigungen wurden demnach mit 138 in Bayern entzogen. Unter den Begriff der waffenrechtlichen Erlaubnis fallen sowohl der sogenannte kleine Waffenschein, mit dem man etwa Gaspistolen führen darf, als auch Waffenbesitzkarten, die Sportschützen und Jäger brauchen.

Beim Polizeieinsatz gegen einen "Reichsbürger" aus Georgensgmünd waren im Oktober 2016 mehrere Beamten eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) verletzt worden, einer wurde getötet. Bei dem Einsatz sollten die rund 30 Waffen des Hobby-Jägers beschlagnahmt werden. Der Mann galt aufgrund verschiedener Vorkommnisse bei den Behörden als nicht mehr zuverlässig.

"Reichsbürger" erkennen die Bundesrepublik nicht als Staat an. Stattdessen behaupten sie, das Deutsche Reich bestehe bis heute fort. Sie sprechen Grundgesetz, Behörden und Gerichten die Legitimität ab und akzeptieren keine amtlichen Bescheide.

Quelle: n-tv.de

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